Russland soll den Beschuss der Kleinstadt Sudscha und angrenzender Dörfer in der westrussischen Region Kursk verschärft haben. Das berichtet ein Pressesprecher der ukrainischen Streitkräfte in der von Ukrainern kontrollierten grenznahen Region. Dem ukrainischen Militär zufolge habe Russland massenweise Drohnenangriffe, die wie „Bienenschwärme“ aussehen, gestartet.
Auch berüchtigte russische Kriegsbloggerkanäle auf Telegram berichten von „verstärkter Aktivität“ der russischen Armee in der Kursk-Region. „Die Streitkräfte der Russischen Föderation haben den Kampf um Sudscha aufgenommen“, heißt es beispielsweise auf einem kremlnahen Militärkanal. Es wurden zudem Videos veröffentlicht, die Drohnenangriffe zeigen sollen. Unabhängig prüfen lassen sich die Fotos und Videos nicht.
Ukraine: Trumps Friedenspläne wegen Kursk-Offensive in Gefahr?
Ukraine hofft, Kursk „eintauschen“ zu können
Anfang August vergangenen Jahres überraschte die ukrainische Armee Russland mit einem groß angelegten Angriff auf die Kursk-Region. So gelang es der ukrainischen Armee, Verteidigungslinien der Russen zu durchbrechen und mehrere Ortschaften, etwa die Kleinstadt Sudscha, zu erobern. Die ukrainischen Streitkräfte konnten über Monate hinweg ein rund 1000 Quadratkilometer großes Gebiet besetzen.
Im Herbst kam es zu Gegenangriffen der russischen Streitkräfte in dem grenznahen Gebiet. Ukrainischen Angaben zufolge sollen auch Soldaten aus Nordkorea dem Kreml dabei geholfen haben, etwa die Hälfte des zuvor eroberten Territoriums zurückzugewinnen. Ukrainischen Medien zufolge stehen derzeit noch 400 Quadratkilometer im Kursker Gebiet unter ukrainischer Kontrolle – eine Fläche etwa halb so groß wie Berlin.
Mehrfach versprach Russlands Präsident Wladimir Putin der lokalen Bevölkerung, die Kontrolle über das gesamte Kursk-Gebiet wiederzuerlangen – bisher ohne Erfolg. Erstmals seit 1945 befinden sich über mehrere Monate hinweg ausländische Streitkräfte auf russischem Boden. Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj spielt Kursk wiederum eine wichtige Rolle bei möglichen Friedensverhandlungen, da in Kiew gehofft wird, ukrainisch besetztes Gebiet in Kursk mit russisch besetzten Territorien im Donbass „tauschen“ zu können.
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