Geschichte

Ohne das Kaiserreich kein modernes Deutschland

Europa kann heute viel lernen von der Erfolgsgeschichte und den Katastrophen eines Staats, der vor 150 Jahren begründet wurde

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Signatur Wilhelms I. vom 18.1.1871 im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden.

Signatur Wilhelms I. vom 18.1.1871 im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden.

© Imago-Images

Berlin - Es war eine ungeheuerliche Anmaßung: Ausgerechnet im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles riefen die deutschen Fürsten am 18. Januar 1871 ihren Kollegen, den preußischen König Wilhelm I., zum Deutschen Kaiser aus. Vor den Toren des belagerten Paris. In einem Schloss, dass kaum 170 Jahre zuvor für Ludwig XIV., den „Sonnenkönig“ gebaut worden war, um den Vormachtanspruch Frankreichs in Europa zu verewigen. Nun schien das neue Deutsche Reich diese Stellung zu beanspruchen, mit viel monarchischem Uniformenglanz. Parlamentarier – die in einer eigenen Delegation des Norddeutschen, nunmehr Deutschen Reichstags Wilhelm I. den Thron ebenfalls angetragen hatten – sowie die drei bürgerlich dominierten Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck spielten keine Rolle.

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