Deb und Jay MacDonald wollten einige Tage angeln und die Ruhe an ihrer abgelegenen Hütte genießen. Doch das Rentnerpaar kehrte nicht zurück. Beide wurden nach einem Bärenangriff tot am McTavish Lake im Norden der kanadischen Provinz Saskatchewan gefunden.
Der See liegt rund 90 Kilometer nördlich der Kleinstadt La Ronge und ist nur per Flugzeug erreichbar. Nachdem das Paar nicht mehr auf Anrufe reagiert hatte, verständigten Angehörige die Polizei.
Deb MacDonalds Bruder Donjames LeBlanc schilderte dem kanadischen Sender CBC, dass Einsatzkräfte zunächst Jay MacDonald tot am Seeufer fanden. Von seiner Frau fehlte zu diesem Zeitpunkt jede Spur. Ihre Leiche wurde am folgenden Tag in einem Waldstück nahe der Hütte entdeckt. „Ich weiß nicht, was genau passiert ist“, sagte LeBlanc. Das Paar habe vor der Reise von ungewöhnlich vielen Schwarzbären in der Gegend berichtet.
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Getöteter Bär soll untersucht werden
Das Sicherheitsministerium von Saskatchewan bestätigte, dass ein Bär an den beiden Todesfällen beteiligt war. Naturschutzbeamte fanden das mutmaßlich verantwortliche Tier und töteten es. Der Kadaver wurde zur Untersuchung an das Western College of Veterinary Medicine in Saskatoon gebracht. Welche Bärenart das Paar angriff und was den Angriff auslöste, ist noch nicht bekannt. Die Behörden haben insbesondere nicht bestätigt, dass es sich um einen Schwarzbären handelte.
Deb und Jay MacDonald waren Anfang 70 und stammten aus der Provinzhauptstadt Regina. Sie waren im Ruhestand und engagierten sich in ihrer Kirchengemeinde. Deb hatte als Krankenschwester gearbeitet, Jay in der Landmaschinenbranche.
Experte vermutet seltene Form der Aggression
Der Bärenforscher Doug Clark von der University of Saskatchewan hält nach den bislang bekannten Umständen einen offensiven Angriff für möglich. In solchen Fällen verteidigt ein Bär weder seine Jungen noch sein Futter, sondern könnte Menschen als Beute betrachten. Clark betonte jedoch, dass der genaue Ablauf noch nicht rekonstruiert sei.
Tödliche Begegnungen mit Bären sind in Saskatchewan äußerst selten. Dennoch war es bereits der zweite tödliche Angriff in der Provinz innerhalb weniger Monate. Im Mai wurde ein 27 Jahre alter Arbeiter an einem abgelegenen Uran-Erkundungsstandort von einem Schwarzbären getötet. Zuvor war im Jahr 2020 eine 44 Jahre alte Frau nahe einer Familienhütte nördlich von Buffalo Narrows ums Leben gekommen. Zwei weitere tödliche Angriffe wurden 1983 registriert.
Die Behörden riefen Bewohner, Hüttenbesitzer und Besucher nach dem jüngsten Vorfall zu besonderer Vorsicht auf. Was Deb und Jay MacDonald an dem See widerfuhr, soll nun vor allem die Untersuchung des getöteten Bären klären.
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