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Russland

Kandidatur abgewiesen: Putin-Gegner Nadeschdin darf nicht bei Präsidentschaftswahl antreten

Boris Nadeschdin wollte im Wahlkampf gegen Wladimir Putin antreten. Daraus dürfte nun nichts werden. Der Oppositionelle will die Entscheidung dennoch anfechten.

Team News AFP/dpa/BLZ
2 Min
Der einzige Präsidentschaftsbewerber, der offen gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine auftritt: Boris Nadeschdin.

Der einzige Präsidentschaftsbewerber, der offen gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine auftritt: Boris Nadeschdin.

© AP

Der Putin-Gegner Boris Nadeschdin darf eigenen Angaben zufolge nicht bei der Präsidentschaftswahl in Russland im kommenden Monat kandidieren. Die Wahlbehörde habe seine Kandidatur abgewiesen, erklärte Nadeschdin am Donnerstag in Onlinediensten. Nadeschdin, ein Kritiker der russischen Offensive in der Ukraine, kündigte an, die Entscheidung vor Gericht anfechten zu wollen. Damit treten neben Kremlchef Wladimir Putin drei weitere Kandidaten an, die als aussichtslos gelten.

„Die Teilnahme an der Präsidentschaftswahl 2024 ist die wichtigste politische Entscheidung meines Lebens“, schrieb Nadeschdin auf Telegram. Er werde nicht von seinem Vorhaben abrücken. „Ich werde die Entscheidung der Wahlkommission beim Obersten Gericht anfechten.“

Zuvor hatte die russische Wahlbehörde nach Angaben Nadeschdins zahlreiche Unregelmäßigkeiten in seinen Bewerbungsunterlagen ausgemacht. Die von ihm vorgelegten Unterschriften zur Unterstützung seiner Kandidatur hätten laut einer Arbeitsgruppe der Zentralen Wahlkommission eine Fehlerquote von mehr als 15 Prozent gehabt, erklärte der Kreml-Kritiker am Montag. Die Fehlerquote darf jedoch nicht mehr als fünf Prozent betragen. 

Russland: Oppositioneller Boris Nadeschdin offen gegen Ukraine-Krieg

Nadeschdin war der einzige Bewerber, der offen gegen Putins Angriffskrieg in der Ukraine auftrat. Für diese Anti-Kriegs-Haltung erntete der Oppositionspolitiker zum Ärger des Kreml von vielen Landsleuten großen Zuspruch. Politische Beobachter hatten die Kandidatur Nadeschdins praktisch ausgeschlossen.

Amtsinhaber Putin hatte 2020 extra die russische Verfassung ändern lassen, um erneut als Kandidat antreten zu können. Seine Wiederwahl gilt als sicher. Nach sechs Jahren im Amt darf er laut aktuell gültiger Verfassung 2030 ein letztes Mal kandidieren.

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