Österreichs Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) beruhigte nach Russlands Gas-Lieferstopp in in einer einberufenen Pressekonferenz am Freitagabend die Bevölkerung: „Niemand in Österreich muss frieren. Die Wohnungen können beheizt werden. Es gibt genug Gas, um auch die Stromversorgungsunternehmen zu versorgen, sodass ausreichend Energie in Österreich vorhanden ist.“
Die Gasspeicher seien derzeit zu 93 Prozent gefüllt - insgesamt 94,5 Terawattstunden, was den jährlichen österreichischen Verbrauch von 75,6 Terawattstunden übersteigt. Zusätzlich hält Österreich eine strategische Gasreserve von 20 Terawattstunden.
Russlands Gasexportunternehmen Gazprom Export hatte zuvor seinem österreichischen Vertragspartner OMV mitgeteilt, dass die Lieferungen von Samstag an gestoppt werden. Der Schritt ist die Reaktion auf ein Schiedsgerichtsurteil, das der OMV im Streit mit Gazprom 230 Millionen Euro zugesprochen hatte. Der österreichische Energiekonzern hatte angekündigt, seine Zahlungen einzustellen, um sich die in dem Verfahren zugesprochene Summe zurückzuholen. Die OMV hatte angekündigt, die nächsten Gaslieferungen so lange als bezahlt anzusehen, bis der Betrag aufgebracht ist. Der Lieferstopp sollte zu keinen Preiserhöhungen führen. Es seien ausreichend Reserven vorhanden, und Österreichs Gasverbrauch sei nicht marktrelevant für Europa, argumentierte er. Die Regierung werde jedoch Spekulationen und ungerechtfertigte Gewinne genau beobachten.
In dem Disput ging es laut Nehammer darum, dass Gazprom immer wieder Lieferungen ausgesetzt hatte, um Druck auf Österreich wegen seiner Unterstützung von EU-Sanktionen gegen Russland auszuüben. Österreich werde jedoch an seiner Ukrainepolitik festhalten. „Wir lassen uns nicht erpressen und nicht in die Knie zwingen“, sagte der konservative Regierungschef. (mit dpa)
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