Enttäuschte Gesichter gab es am Freitag vor Berlins Vorverkaufskassen. Dort drängelten sich Interessenten für das Waldbühnenkonzert, das die Rolling Stones am 10. September geben werden. Doch viele, die eines der vergleichsweise "günstigen" Stones-Tickets für 88,50 Mark ergattern wollten, gingen leer aus. Und 198,50 Mark für die zweite Preisstufe wollten oder konnten viele der Rock-Fans nicht ausgeben.Mit den Stones in der Waldbühne organisiert Veranstalter Peter Schwenkow das wohl teuerste Rockkonzert, das dort jemals stattgefunden hat. Nur der Startenor Placido Domingo ist vor sechs Jahren auf vergleichbare Kartenpreise von bis zu 200 Mark gekommen. Max Raabe dagegen, ebenfalls ein Konzerthighlight dieser Saison, brachte es nur auf 50 Mark. Ab 75 Mark seien Karten zu haben, hatte Schwenkow noch am Donnerstag angekündigt. Doch von den preiswerteren Tickets hatte er nur 1 500 im Angebot. Es handelt sich dabei um Stehplätze auf dem Rasenrund vor der Bühne. Inklusive Vorverkaufsgebühr von zehn Mark plus BVG-Ticket und Abschlag für den Computerticketservice (CTS) in Höhe von 3,50 Mark kosten selbst diese "billigen Plätze" dann am Ende noch fast 90 Mark. Einige Theaterkassen hatten aber solche Karten erst gar nicht im Angebot. Peter Schwenkow verteidigte seine Preispolitik: "Die Karten sind vergleichsweise günstig", sagte er. Die Rolling Stones hätten auf Millionen ihrer Gage verzichtet, um das Konzert in der Waldbühne mit 19 000 Zuschauerplätzen möglich zu machen. Bei einer normalen Kalkulation hätten die Karten sogar um die 400 Mark kosten müssen, so Schwenkow. (se.)
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