Neue Nahost-Initiative

Kasachstan tritt Trumps Abraham-Accords bei

Trump will Israels Ansehen in der muslimischen Welt verbessern. Mit Kasachstan soll ein neuer Aufschlag gemacht werden. Doch das Land unterhält bereits gute Beziehungen zu Israel.

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US-Präsident Donald Trump verkündet Kasachstans geplanten Beitritt zu den Abraham-Abkommen.

US-Präsident Donald Trump verkündet Kasachstans geplanten Beitritt zu den Abraham-Abkommen.

© Jacquelyn Martin/AP

Kasachstan will sich offenbar künftig weiter an Israel annähern. Wie US-Präsident Donald Trump am Donnerstag (US-Ortszeit) mitteilte, wird sich das Land den sogenannten Abraham Accords anschließen. Die Abkommen, die während Trumps erster Amtszeit ausgehandelt wurden, dienen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehrheitlich muslimischen Staaten.

„Heute stehen immer mehr Nationen Schlange, um durch meine Abraham-Abkommen Frieden und Wohlstand zu erreichen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Mit Blick auf Kasachstan verkündete der US-Präsident: „Wir werden bald eine feierliche Unterzeichnungszeremonie ankündigen, um es offiziell zu machen – und viele weitere Länder wollen diesem Club der Stärke beitreten“. Die Ankündigung folgte auf ein Telefonat zwischen Trump, Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew.

Die kasachische Regierung teilte mit, das Thema befinde sich in der Endphase der Verhandlungen. „Unser geplanter Beitritt zu den Abraham-Abkommen ist eine natürliche und logische Fortsetzung des außenpolitischen Kurses Kasachstans – basierend auf Dialog, gegenseitigem Respekt und regionaler Stabilität“, hieß es in einer Erklärung.

Rubio: Abraham-Abkommen mehr als diplomatische Beziehungen

Kasachstan unterhält bereits volle diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu Israel, weshalb der Schritt vor allem symbolischen Charakter hätte – eine Einschätzung, der US-Außenminister Marco Rubio am Donnerstag widersprach. „Es geht um eine vertiefte Partnerschaft, die über reine diplomatische Beziehungen hinausgeht“, sagte er. „Sie schafft Kooperationen zwischen allen Staaten des Abkommens und eröffnet besondere wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten in vielen Bereichen.“

Trump sagte vergangenen Monat gegenüber dem Nachrichtenportal Axios, dass es nach dem Gaza-Krieg eine seiner Prioritäten sein werde, die internationale Unterstützung für Israel wiederherzustellen, da das Land derzeit stark isoliert sei.

US-Regierungsvertreter erklärten nun gegenüber dem Portal, die Ankündigung vom Donnerstag sei als erster Schritt gedacht, um Israels Ansehen in der arabischen und muslimischen Welt zu verbessern. Man hoffe, dass der Beitritt weiterer mehrheitlich muslimischer Staaten zu den Abraham-Abkommen Israels internationale Legitimität stärken könne. „Das wird zeigen, dass die Abraham-Abkommen ein Club sind, dem viele Länder beitreten wollen – und es wird ein Schritt sein, um das Kapitel des Gaza-Kriegs zu schließen und in Richtung mehr Frieden und Zusammenarbeit in der Region zu gehen“, so ein US-Beamter.

Abraham Accords: Diese Länder gehören bereits dazu

Konkret beinhalten die Abraham Accords die gegenseitige diplomatische Anerkennung, den Austausch von Botschaftern und die Aufnahme von wirtschaftlichen, technologischen, touristischen und sicherheitspolitischen Kooperationen. Ziel ist es, Spannungen in der Region abzubauen und gemeinsame Interessen – etwa in Handel, Energie, Verteidigung und Innovation – zu fördern.

Den Abraham-Abkommen gehören bislang die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Marokko und Sudan an. Die Abkommen von 2020 markieren einen historischen diplomatischen Wandel in der arabischen Welt, da mehrere mehrheitlich muslimische Staaten erstmals seit Jahrzehnten offizielle und wirtschaftliche Kontakte zu Israel aufnahmen.

Neben diesen vier Ländern pflegen auch Ägypten (seit 1979) und Jordanien (seit 1994) bereits länger formelle Beziehungen zu Israel, gehören aber nicht offiziell zu den Abraham-Abkommen.

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