Corona-Impfung

Kassenärzte warnen: Praxen könnten aus Impfkampagne aussteigen

Der Ansturm auf die Hausärzte wegen Corona-Impfungen ist groß. Müssen Termine wegen mangelnden Impfstoffs abgesagt oder umgebucht werden, führt das zu Ärger.

Team News dpa/kmi
2 Min
Viele Menschen möchten sich mittlerweile beim Hausarzt gegen Corona impfen lassen (Symbolbild). 

Viele Menschen möchten sich mittlerweile beim Hausarzt gegen Corona impfen lassen (Symbolbild). 

© dpa/Sebastian Gollnow

Zu einzelnen Berichten über aus der Impfkampagne ausgestiegenen Ärzten sagte KBV-Vize Stephan Hofmeister, dies seien Einzelfälle. Nötig sei aber mehr Impfstoff und möglichst wenig Bürokratie in den Praxen, sonst drohe der Ausstieg von Ärztinnen und Ärzten vermehrt. Dies könne dramatische Folgen für die Impfkampagne haben.

„Wir haben uns darauf eingelassen, nur eine Woche vorher zu bestellen“, erläuterte Hofmeister bezüglich des Impfstoffs. Wenn eine Praxis dann erst kurz vor den bereits ausgemachten Terminen erfahre, dass weniger oder anderer Impfstoff komme, „dann geht das wilde Telefonieren los, dann müssen Termine abgesagt, umgebucht werden“, sagte Hofmeister. „Das führt zu Wut bei den Patienten, das führt zu erheblichen Auseinandersetzungen, das kostet Zeit und Nerven.“

Zu wenig Impfstoff für die Hausarztpraxen vorhanden

Hofmeister sagte: „Ich will nicht ausschließen, dass der eine oder andere deshalb sagt: Das mache ich nicht mehr länger mit.“ Ein Massenphänomen sei das nicht. „Es ist immer noch viel zu wenig Impfstoff da, und es ist vor allem unsicher, ob dann dieser Impfstoff in Sorte und Menge so ankommt, wie bestellt.“

Gassen erläuterte, so werde der Impfstoff von Johnson & Johnson verspätet, nämlich erst am 25. Mai geliefert. Das Hin und Her zum Einsatz des Astrazeneca-Impfstoffs habe die Arbeit in den Praxen auch nicht gerade erleichtert, sagte er mit Blick auf die wechselnden Empfehlungen für das Vakzin. In Teilen Deutschlands habe es gar keinen Astrazeneca-Impfstoff in dieser Woche gegeben, teilte Gassen ferner mit. Da bereits die ersten Praxen die nötigen Zweitimpfungen verabreichen müssten, müsse knapper Impfstoff zudem hierfür eingesetzt werden. „Aber das Problem ist bald gelöst hoffentlich“, sagte Gassen. Im Juni gebe es mehr Impfstoffe.

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