Trauer in Berlin

Hertha-Präsident Kay Bernstein: Sein blau-weißes Herz schlägt nicht mehr

Als Präsident fragte er nie: Was ist gut für Bernstein? Er fragte immer: Was ist gut für Hertha BSC? Kay Bernstein, 43, ist überraschend verstorben. Ein Nachruf.

8 Min
Er war einer, der Brücken baute und Menschen animierte: Hertha-Präsident Kay Bernstein ist am Dienstag gestorben.

Er war einer, der Brücken baute und Menschen animierte: Hertha-Präsident Kay Bernstein ist am Dienstag gestorben.

© Jan-Philipp Burmann/City-Press

Der 26. Juni 2022 war der Tag, an dem Kay Bernstein Präsident von Hertha BSC wurde. Es war ein sonniger Sommersonntag. Als der Wahlleiter im Berliner City Cube bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung verkündete, Bernstein sei mit einfacher Mehrheit gewählt, herrschte von einer Sekunde auf die andere Stadionatmosphäre in dem heruntergekühlten Saal: Hertha-Anhänger in den ersten Reihen sprangen auf, reckten beide Arme nach oben wie sonst beim Jubel über ein Tor. Ihre Geste animierte Menschen in den Sitzreihen weiter hinten dazu, aufzuspringen. „Ha, ho, he, Hertha BSC“, riefen sie. „Ha, ho, he.“ Alle im gleichen Rhythmus. Alle gemeinsam. Wie in der Ostkurve. Dort, wo Kay Bernstein als Jugendlicher und junger Erwachsener stand. Er war einer, der viele animierte.

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