Nach der Obduktion des verstorbenen Hertha-Präsidenten Kay Bernstein gehen die Mediziner in einem vorläufigen Ergebnis von einer natürlichen Todesursache aus. Der Leichnam sei zur Bestattung freigegeben, teilt die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder der Berliner Zeitung mit. Blut- und Gewebeuntersuchungen würden noch ausstehen. Die genaue Ursache des Todes ist der Staatsanwaltschaft und den Medizinern bekannt, sie wurde aber aus Pietätsgründen nicht mitgeteilt. Suizid oder Fremdverschulden sind demnach ausgeschlossen.
Bernstein war am Dienstagmorgen in seinem Wohnhaus in Hoppegarten bei Berlin verstorben. Die Rettungskräfte und ein Notarzt konnten nichts mehr für ihn tun. Da Bernstein im vergleichsweise jungen Alter gestorben war, wurde die Obduktion angeordnet.
Hertha BSC: Kay Bernstein hat den Verein wie kein Präsident vor ihm geführt
Hertha BSC öffnet digitales Kondolenzbuch für Kay Bernstein
Bernstein war seit Juni 2022 Präsident von Hertha BSC
Der frühere Ultra Bernstein war seit Sommer 2022 Präsident des Berliner Klubs. Dass ein ehemaliger Fan an der Spitze eines Vereins stand, war im Profifußball ein Novum.
Bernstein war einst Vorsänger des Klubs in der Ostkurve und engagierte sich bei der Hertha auch gesellschaftlich. Bei der Mitgliederversammlung im Juni 2022 wurde er überraschend gegen den favorisierten CDU-Politiker Frank Steffel und einen weiteren Mitbewerber zum Präsidenten gewählt. Er wurde damit Nachfolger von Werner Gegenbauer, der den Klub lange geführt hatte. Seine Wahl galt auch als Ohrfeige für das Hertha-Establishment, das in Teilen unverhohlen seinen Gegenkandidaten Frank Steffel durchsetzen wollte.
Bernstein sprach Probleme stets klar an. Er machte den Klub und das Amt wieder nahbarer. Nicht nur mit seiner allgegenwärtigen Hertha-Trainingsjacke, die er meistens trug, wurde das deutlich.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de