Erinnern Sie sich noch an „Super!“, die ostdeutsche Boulevard-Zeitung? Der Burda-Verlag aus Baden-Württemberg hatte 1991 „Super!“ als eine Art „Bild-Zeitung“ für die Zone auf den Markt geworfen. Boulevard-Legende Franz Josef Wagner leitete das Blatt. Am 3. Mai 1991 titelten „Super!“ und Wagner: „Angeber-Wessi mit Bierflasche erschlagen!“, Unterzeile: „Ganz Bernau ist glücklich, dass er tot ist“.
Das war damals ein wichtiger Beitrag des Burda-Verlags zur deutschen Einheit. Allerdings wurde „Super!“ bereits 1992 wieder eingestellt. Trotz finanzieller Unterstützung des australo-britischen Medienmoguls Rupert Murdoch wollten die Ossis so einen Mist nicht lesen und kaufen. Die westdeutschen Medienmacher hatten sich verschätzt: Das Schüren eines Ost-West-Konflikts zahlte sich nicht aus. Damals.
Heute nähern sich die Wessi-Medien langsam wieder dem Niveau der frühen 90er an – und die westdeutsche Politik zieht mit. Als Erster hat sich Baden-Württembergs grüner Finanzminister Danyal Bayaz aus der Deckung gewagt.
Drohung
Debatte um Sanktionen entgleist: „Schwaben-Wessi will Ossis ausbluten lassen!“
Baden-Württemberg fordert Sanktionen gegen Länder, die „rechtsstaatlich fragwürdige Sonderwege“ einschlagen. Der Graben zwischen Ost und West ist tief. Wer profitiert?
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Die deutsche Einheit ist noch nicht vollendet: Die Gräben sind tief.
© Peter Kneffel