"Kein Zuschuss für die Kantine"

Peter Kirnich
2 Min

Frau Riedel, Transnet und GDBA werfen Ihnen Verzögerungstaktik vor und wollen streiken. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?Die Streikankündigung überrascht mich. Wir haben ein Angebot mit festen Lohnbestandteilen auf dem Niveau der Deutschen Bahn vorgelegt. Zudem haben wir ein bestimmtes Volumen für Zulagen und Zuschläge definiert. Letztere gibt es natürlich nicht für jeden. Wenn ich keine Nachtarbeit habe, bekomme ich eben keinen Nachtzuschlag.Was stört die Gewerkschaften?Die fordern, dass wir die Zulagen und Zuschläge festschreiben. Das können wir nicht machen, weil die Verkehre völlig unterschiedlich sind. Darüber hinaus sollten wir zum Beispiel noch etliche Leistungen wie Kantinenzuschüsse übernehmen. Das können wir uns gar nicht leisten. Wir wollen einen schlanken Tarifvertrag, in dem Entgelte und wichtige Zuschläge etwa für Nachtarbeit oder Feiertage geregelt sind, mehr nicht.Sie sind für 10000 Mitarbeiter zuständig. Auch die sind interessiert daran, dass Ausschreibungen nicht in erster Linie über die Personalkosten entschieden werden.Genau deshalb sitzen wir ja mit am Verhandlungstisch. Allerdings ist es auch eine Mär, dass jede Ausschreibung im Nahverkehr allein über die Lohnkosten entschieden wird. Ebenso wichtig sind zum Beispiel auch die Beschaffungskosten für Fahrzeuge. Die kann sich die Bahn über Mengenrabatte viel günstiger besorgen.Welchen Schaden könnten die Warnstreiks anrichten?Schwer zu sagen. Mir wäre ohnehin lieber, die Gewerkschaften kehrten an den Verhandlungstisch zurück. Der Branchentarifvertrag ist eine historische Chance, die sollten wir einfach nutzen. Da kann ich nicht nach zwei Verhandlungsrunden einfach sagen: Jetzt streike ich.Das Gespräch führte Peter Kirnich.------------------------------Foto: Ulrike Riedel ist Verhandlungsführerin der Privatbahnen. Die 38-Jährige ist Personalvorstand der Hamburger Hochbahn und Arbeitsdirektorin derTochter Benex.

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