Der Nahost-Konflikt zieht weitere Kreise. Immer deutlicher wird die weltpolitische Bruchlinie sichtbar, die zwischen dem Westen und dem Rest der Welt verläuft. Vor allem die amerikanische Regierung sieht sich in einer schwierigen Lage. Präsident Joe Biden hatte zwar mit einer sehr bewegenden Rede nach dem Terroranschlag der Hamas die Herzen der Israelis gewonnen. Doch anders als in früheren Kriegen mit israelischer Beteiligung stehen weder die Israelis noch die Amerikaner hinter ihren politischen Führern. Einer Umfrage der Zeitung Maariv vom Freitag zufolge sagen 80 Prozent der Befragten, Israels Premierminister Benjamin Netanjahu müsse öffentlich die Verantwortung für das Versagen der israelischen Behörden im Zuge des Massakers vom 7. Oktober übernehmen. Immerhin unterstützten noch 65 Prozent der Befragten eine Bodenoffensive im Gazastreifen, während 21 Prozent dagegen sind. In der Nacht zum Freitag beschmierten Unbekannte das Hauptquartier von Netanjahus Likud-Partei mit roter Farbe und brachten Fotos der von der Hamas als Geiseln genommenen Israelis an.
Geopolitik
Keine Lust auf Krieg: Gibt es eine Meuterei gegen Joe Biden?
Im Außenministerium der USA gibt es offenbar massiven Widerstand gegen die Nahost-Politik von Präsident Biden. Ein erster prominenter Rücktritt sorgt für Unruhe.
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US-Präsident Joe Biden spricht im Oval Office über den Krieg in Nahost und in der Ukraine.
© Jonathan Ernst//AP