Der Neandertaler hat sich offenbar nicht mit dem modernen Menschen vermischt. Das haben Forscher am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie festgestellt. Svante Pääbo und seine Kollegen hatten die genetischen Sequenzen fossiler Überreste des Neandertalers und früher moderner Menschen untersucht. Dabei stellten sie fest, dass der Neandertaler keinen größeren Beitrag zur genetischen Ausstattung des modernen Menschen erbracht hat. Bisher vermuteten einige Forscher, dass beide gemeinsame Nachkommen hatten. Die Untersuchung erschien jetzt im Internetfachjournal Public Library of Science (PLOS) Biology.Bisher haben Wissenschaftler auf der Suche nach den Ursprüngen des heutigen Menschen die fossilen Funde fast ausschließlich auf ihre äußere Beschaffenheit hin untersucht. Inzwischen können sie mit molekulargenetischen Techniken auch kleinste Spuren von DNA in den Knochen aufspüren. Die Leipziger Wissenschaftler verglichen das Erbgut von 4 Neandertalerfunden und 5 frühmenschlichen Proben miteinander. Weil Fossilien in der Regel durch das Hantieren mit ihnen DNA aus heutiger Zeit enthalten, suchten die Leipziger nicht nach DNA-Sequenzen des modernen Menschen in den Neandertalerknochen sondern nach Neandertaler-DNA in den übrigen Fossilien. Es gab keine Übereinstimmung. Der Neandertaler lebte vor etwa 150 000 bis vor 30 000 Jahren. Der moderne Mensch trat erstmals vor 100 000 bis 200 000 Jahren auf. (mk.)PLOS Biology, Online-Ausgabe
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