Die Europäische Kommission hat am Donnerstag die Ausschreibung für den Aufbau von bis zu sieben KI-Gigafabriken eröffnet. Bis zu zehn Milliarden Euro sollen dafür aus EU- und nationalen Mitteln kommen, mindestens 20 Milliarden Euro von privaten Investoren.
Ursprünglich waren fünf Standorte geplant. Wegen des starken Interesses der Mitgliedstaaten erhöhte die Kommission die Zahl auf sieben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Die Anlagen sollen fortgeschrittene KI-Prozessoren, Software, Cloud-Technik, schnelle Datenverbindungen und energieeffiziente Rechenzentren zusammenführen. Sie ergänzen die bereits bestehenden 19 kleineren KI-Fabriken in verschiedenen EU-Ländern.
Zugang sollen unter anderem Start-ups, mittelständische Unternehmen, Industrie, Wissenschaft und Behörden erhalten, um große KI-Modelle zu trainieren und weiterzuentwickeln.
Vergabe bis Anfang 2027
Bewerben können sich Konsortien oder Zweckgesellschaften aus Technologieanbietern, Cloud-Diensten, öffentlichen Stellen und Investoren. Die Ausschreibung läuft bis zum 12. November. Die Zuschläge sollen Anfang 2027 vergeben werden. Innerhalb von 18 Monaten nach Vertragsunterzeichnung sollen die Gigafabriken bereits den Betrieb aufnehmen.
„Der Zugang zu massiver Rechenleistung in KI-Gigafabriken ist eine strategische Notwendigkeit für Europa, während sich die KI-Entwicklung beschleunigt“, erklärte die für Digitales zuständige EU-Kommissarin Henna Virkkunen laut Reuters. Nach Angaben der Kommission sollen die in den Anlagen entwickelten Technologien den EU-Standards zu Datenschutz, Sicherheit und Ethik entsprechen.
US-Konzerne liefern Chips
Die US-Konzerne AMD, Nvidia und Qualcomm haben nach Angaben von Reuters Absichtserklärungen mit der Kommission unterzeichnet, um die an den Gigafabriken beteiligten Konsortien mit Chips zu beliefern. Die EU verfolgt mit dem Vorhaben das Ziel, den Rückstand auf die USA und China in der KI-Entwicklung zu verringern.
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