KI-Investitionen

KI-Boom wird teuer: Alphabet will 80 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt einsammeln

Mit den neuen Mitteln will der Google-Mutterkonzern Rechenzentren und Rechenkapazität für die wachsende Nachfrage nach KI-Diensten ausbauen.

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Der Google-Mutterkonzern Alphabet will über neue Aktien 80 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur einnehmen.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet will über neue Aktien 80 Milliarden Dollar für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur einnehmen.

© Patrick Scheiber/imago

Alphabet will über die Ausgabe neuer Aktien 80 Milliarden Dollar einnehmen, um unter anderem den Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) zu finanzieren. Das teilte der Mutterkonzern von Google am Montag in einer Mitteilung an die Anleger mit. Ein Teil der Mittel soll in Rechenzentren und globale Rechenkapazitäten fließen, da die Nachfrage nach KI-Diensten das verfügbare Angebot übersteige.

Zur Kapitalmaßnahme gehört ein direkter Verkauf von Aktien im Wert von zehn Milliarden Dollar an die US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway, die bis zum vergangenen Jahr von Investor Warren Buffett geführt wurde. Berkshire erhält nach Angaben von Reuters Stammaktien der Klasse A für fünf Milliarden Dollar zu 351,81 Dollar je Aktie sowie Kapitalaktien der Klasse C im selben Volumen zu 348,20 Dollar. Beide Preise lagen unter dem Schlusskurs vom Montag. Berkshire hatte seinen Anteil an Alphabet zuletzt bereits ausgebaut; nach einer Mitteilung im Vormonat war die Beteiligung auf 16,6 Milliarden Dollar gestiegen.

Drei Bausteine der Finanzierung

Daneben plant Alphabet öffentliche Platzierungen über 30 Milliarden Dollar, je zur Hälfte in Form von Stammaktien und Depotaktien auf Pflichtwandel-Vorzugsaktien, die nach einer festgelegten Frist verpflichtend in Aktien umgewandelt werden. Weitere 40 Milliarden Dollar sollen ab dem dritten Quartal über ein sogenanntes At-the-market-Programm eingenommen werden, das einen schrittweisen Aktienverkauf über die Börse erlaubt. Diese Erlöse sollen vor allem steuerliche Verpflichtungen im Zusammenhang mit Mitarbeiteraktien decken.

Alphabet hatte seine Investitionsplanung für dieses Jahr im April um fünf auf 180 bis 190 Milliarden Dollar erhöht. Konzernchef Sundar Pichai hatte bereits früher erklärt, das Risiko, zu wenig zu investieren, sei deutlich größer als das einer Überinvestition. Binnen Jahresfrist nahm Alphabet zudem mehr als 85 Milliarden Dollar an Schulden in sechs verschiedenen Währungen auf.

Bill Stone, Investmentchef der US-Vermögensverwaltung Glenview Trust Company, sagte der Agentur, die zusätzliche Investition Berkshires unterstreiche das Vertrauen in eine angemessene Rendite der KI-Investitionen. Jim Reid, Marktstratege der Deutschen Bank, verwies gegenüber dem Guardian auf den noch nie dagewesenen Umfang der Ausgaben für KI. Analyst Matt Britzman vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown sagte dem Guardian, die Kapitalmaßnahme sei ein deutliches Zeichen dafür, dass der Wettlauf in eine kapitalintensivere Phase eintrete.

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