KÖPENICK "Spielschirm" ist das jüngste Projekt des Bildungswerkes Jugend-Soziales-Kultur. Hier sollen 10- bis 14jährige Mädchen und Jungen unter Anleitung erfahrener Künstler eine Revue erarbeiten und zum "Köpenicker Sommer" aufführen.Der Eurotower - das ehemalige Kulturhaus Erich Weinert - in der Straße An der Wuhlheide 250 soll ein beliebtes Ziel für Kinder werden. Hier hat seit einigen Wochen der "Spielschirm" seinen Sitz. Die sechs Räume wurden von den Mitarbeitern des ABM-Projektes renoviert. "Wir wollen hier ein integratives Kindertheater schaffen, in dem gesunde, behinderte und ausländische Kinder gemeinsam spielen", so Projektleiter Bern-Dieter Graetz. Schutz vor Regen Der Schirm ist das Logo des Projektes. "Als Schutz und Zeichen für Aktivität. Denn wer ihn nicht aufspannt, steht im Regen", so Graetz. So wurde auch am 7. Februar unter einem großen weißen Schirm die Eröffnungsparty gefeiert. 35 Kinder hatten sich dabei über das Theaterprojekt informiert, mehr als zwanzig wollen mitmachen.Den Kindern den Blick zu öffnen, daß sie Kunst und Natur besser verstehen - das haben sich Bern-Dieter Graetz und seine Mitstreiter vorgenommen. Unter ihrer Anleitung werden die Kinder eine Revue erarbeiten, Singen, Tanzen, Spielen, Zaubern, Jonglieren lernen. Auch das Bühnenbild und die Kostüme werden sie selbst anfertigen. Zum "Köpenicker Sommer" im Juni soll die Großstadtkinder-Revue Premiere haben.Sandra Witt und Josephine Murza verbringen schon mehrere Tage in der Gestaltungswerkstatt. Stolz zeigen die beiden 13jährigen ihre großformatigen Zeichnungen. "Die Kinder sollen mit Farben spielen, um ihre Hemmungen zu verlieren", sagt Bühnenbildnerin Rosemarie Gatterbauer. Sie hat Tapetenkataloge beschafft, die "ein toller Untergrund für Malereien sind. Die Ideen der Kinder sind wichtig. Wir werden sie nur sanft begleiten", verspricht sie. Vieles soll aus Naturmaterial oder Abfall gestaltet werden, denn es darf nicht viel kosten. Sandra stellt gerade eine Collage aus Blumentapeten her, Josephine malt eine Herbstlandschaft. Beide wollen sich - ebenso wie die Jüngste, die siebenjährige Isabel Garbe - auch beim Spielen und Tanzen ausprobieren. Mit grünen Vorhängen und weinroten Samtstühlen erwartet der Zauberraum die künftigen Jünger der flinken Finger. Der bekannte Magier Wolfgang Scheuer will ihnen die zehn Grundregeln der Zauberei nahebringen, deren wichtigste ist, daß man niemandem seine Tricks verraten darf. Gefühl für den Körper Groß und hell ist der Bewegungsraum, der das Reich von Tanzpädagogin Ute Kobrow und Musiker Rolf Markert ist. Beide wollen durch Tanz und Rhythmus den Kindern ein Gefühl für den eigenen Körper geben. "Die Freude an der Bewegung ist wichtig und soll den Kindern Selbstvertrauen schenken", so Ute Kobrow.Im "Spielschirm" entsteht auch ein Schirmmuseum. Dazu werden noch Exponate und Partner aus der Schirmbranche gesucht. Auch ein Buch über die Kulturgeschichte des Schirms soll mit den Kindern geschrieben werden.sei Interessierte Kinder können jederzeit mitmachen, während der Ferien Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 17 Uhr, danach in Arbeitsgemeinschaften. Informationen direkt im Eurotower oder unter 63 99 25 25. +++
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de