Kinder sind die Steuerzahler von morgen

Timot Szent-Ivanyi
2 Min

Der vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ins Spiel gebrachte "Gesundheitssoli" ist zwar nichts Neues. Das ändert aber nichts daran, dass die Idee, die Ausgaben der Krankenkassen für Kinder durch Steuern zu decken, völlig richtig ist.Nicht nur die Mitglieder einer Krankenversicherung haben etwas davon, wenn Kinder in unserem Land großgezogen werden. Ohne Kinder gibt es in Zukunft keine Beitragszahler, aber es gibt eben auch keine Steuerzahler, keine Facharbeiter, keine Wissenschaftler - niemanden, der für Wirtschaftswachstum sorgen könnte. Daher ist es nur folgerichtig, die Finanzierung der Versicherungskosten für Kinder konsequent auf eine breitere Basis zu stellen.Die Einkommensteuer eignet sich dafür am besten. Sie ist viel gerechter als das Beitragssystem, das hohe Einkommen oder Kapitalerträge gar nicht erfasst. Wer wenig verdient, zahlt gar keine Steuern oder einen niedrigen Satz, wer viel verdient, muss einen höheren Anteil seines Einkommens abführen. Eine Steuerfinanzierung dürfte also dazu führen, dass niedrige und mittlere Einkommen entlastet werden, während Gutverdiener mehr zahlen müssten - vor allem dann, wenn sie keine Kinder haben. Gegen die Steuerfinanzierung wird allerdings vorgebracht, die Gesundheitspolitik sei dann von der Haushaltslage abhängig. Doch was wäre der Unterschied zu heute? Schließlich haben sich die letzten Gesundheitsreformen weitgehend damit beschäftigt, die Patienten durch höhere Zuzahlungen und Leistungsausgrenzungen stärker zur Kasse zu bitten. Gesundheitspolitik nach Kassenlage haben wir also heute schon.

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