Kriminalität

Kinderpornos: Polizei durchsucht 24 Wohnungen in Berlin

In sechs Bundesländern führte die Polizei Razzien durch, darunter auch in Berlin. Es geht um den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie.

Team News Kathrin Merz kme
3 Min
24 Wohnungen in Berlin wurden im Rahmen einer Razzia gegen Kinderpornografie durchsucht. 

24 Wohnungen in Berlin wurden im Rahmen einer Razzia gegen Kinderpornografie durchsucht. 

© Arne Dedert/dpa

Beamte des Berliner Landeskriminalamts haben wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Schriften insgesamt 24 Wohnungen in der Hauptstadt durchsucht. Die Maßnahme habe bereits am Montag stattgefunden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

71 Polizisten hätten Wohnungen in Lichterfelde, Tempelhof, Steglitz, Spandau, Mitte, Prenzlauer Berg, Lankwitz, Lichtenrade, Gesundbrunnen, Wedding, Niederschöneweide, Heiligensee, Biesdorf, Hakenfelde, Neu-Hohenschönhausen, Kreuzberg, Falkenhagener Feld, Wilhelmstadt, Schöneberg und Köpenick durchsucht, hieß es. Dabei stellte die Polizei unter anderem diverse Datenträger wie Laptops, PCs und Smartphones sicher.

Die Beschuldigten seien zwischen 19 und 64 Jahren alt. Sie sollen zum Upload von Bild- und Videodateien, auf denen der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen dokumentiert ist, unterschiedlichste Anbieter genutzt haben, unter anderem Google Drive, Snapchat, Facebook, WhatsApp und Instagram.

Kampf gegen Kinderpornos: 300 Durchsuchungen in sechs Bundesländern

Die Durchsuchungen waren Teil der sogenannten „Action-Week“ der Norddeutschen Allianz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt an Kindern, die am Donnerstag endete. Insgesamt wurden bei der Aktion unter Federführung des Landeskriminalamtes Niedersachsen in Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mehr als 300 Durchsuchungsbeschlüsse durch insgesamt 634 Einsatzkräfte vollstreckt. 

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) sind die Fallzahlen im Bereich Kinder- und Jugendpornografie von 2022 zu 2023 erneut gestiegen. Die eingehenden Hinweise der Organisation National Center for Missing and Exploited Children(NCMEC) machten derzeit einen Großteil der polizeilichen Ermittlungen aus, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. 2015 wurden beim Bundeskriminalamt etwa 14.500 solcher Fälle aus den USA gemeldet, 2023 waren es 179.000 Fälle – im Vorjahresvergleich gab es demnach einen Anstieg um etwa 32 Prozent (2022: 136.500 Fälle).

Die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich sei seit Jahren kontinuierlich auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2022 lag sie bei rund 80 Prozent und im Jahr 2023 sogar bei rund 90 Prozent. „Zum einen beinhalten die eingehenden NCMEC-Meldungen häufig detaillierte Hinweise auf eine tatverdächtige Person, zum anderen ermöglichen technische Weiterentwicklungen eine vermehrte Aufklärung der Straftaten“, so die Behörden in der Mitteilung. In vielen Fällen handele es sich bei dem von NCMEC übermittelten Beweismaterial um einzelne Fotos oder Videos, die insbesondere durch Jugendliche oder Kinder unbedacht versendet werden. So sei der Anteil an Minderjährigen in den letzten Jahren angestiegen, die aus eigener Motivation Bilder und Videos von sich erstellen und – oft unbeabsichtigt – verbreiten.

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