Kindesmissbrauch

Missbrauchs-Vorwürfe: Auch Bezirksamt Kreuzberg prüft

Das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg prüft den Verdacht von Kindesmissbrauch während bezirklich organisierter Ferienreisen vor 20 bis 30 Jahren.

Karin Schmidl
2 Min

Das Thema Missbrauch von Kindern zieht weitere Kreise: Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg prüft derzeit, ob auf Ferienreisen in Kreuzberg vor 20 bis 30 Jahren Kinder durch fragwürdige pädagogische Maßnahmen geschädigt wurden. Wie der Sprecher des Bezirks, Sascha Langenbach, der Berliner Zeitung sagte, würden dazu Unterlagen des Jugendamtes durchforstet und ältere Mitarbeiter befragt. Von sexuellem Missbrauch sei bislang nicht die Rede, dafür von Überforderung und Traumatisierung von Acht- bis Zehnjährigen.

Konkret geht es um 26 Ferienreisen, die vom Veranstalter Story-Dealer zwischen 1982 und 1992 im Auftrag des Bezirks Kreuzberg durchgeführt wurden. Mehrere Reisen seien abgebrochen worden, weil Kinder traumatisiert worden seien. Der damals von SPD-Politikern regierte Bezirk habe die Reisen mit 350.000 Euro gefördert und sie auch fortgesetzt, als es Beschwerden von Eltern gegeben habe, so der Sprecher.

Den Kindern sei beispielsweise vorgetäuscht worden, dass das Geld für ihre Ferienreise verschwunden sei und sie jetzt „ums Überleben kämpfen“ müssten. Sie seien auch auf Gewaltmärsche durch einsame Gegenden geschickt worden, was viele Kinder total überfordert habe.

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