Klaus Hoffmann ist viel unterwegs - demnächst mit den Titeln seines neuen Albums "Das süße Leben"

Das Geheimnis einer großen Liebe

Andreas Kurtz
3 Min

Wenn eines fernen Jahres mal die Bilanz des Lebens von Klaus Hoffmann gezogen wird, dann könnte die Kurzform lauten: In Berlin geboren, in Berlin gestorben, zwischendurch viel unterwegs und fleißig gewesen. Der Sänger hat mit "Das süße Leben" gerade sein 37. Album nach 35 Jahren auf der Bühne herausgebracht. Die neuen Lieder wollen jetzt - wie ihr Sänger - auf die Bühne. Im November wird es also zunächst die Tour mit Band durch die großen Hallen geben (Berlin: 15. 11. im Friedrichstadtpalast), später steht er dann auf den kleineren Bühnen, auf denen auch eine Stimme und ein Klavier genügen und einen intimeren Kontakt zum Publikum zulassen. Zu seinem 60. Geburtstag im März 2011 wird es sicher ein Konzert mit Gaststars aus seinem Freundeskreis geben. Die ewige Wanderschaft wirkt sich im Privaten, da ist Hoffmann sicher, positiv aus: "Ich lebe seit 30 Jahren mit meiner Frau Marlene zusammen und wir halten es wahrscheinlich deshalb schon so lange miteinander aus, weil ich so viel unterwegs bin."Die Tourvorbereitungen laufen. Was zunächst mal Enthaltsamkeit beim Alkohol bedeutet. Hoffmann zeigt, dass sein Jackett im Bauchbereich wieder ordentlich Spiel hat und freut sich: "Drei Kilo sind schon runter, drei müssen noch." Die Platte mit den belegten Brötchen, die zum Interview bereit steht, wird während des Gesprächs noch ignoriert. Und danach geplündert. Kraft braucht man schließlich auch, für so eine Tournee.Im Frühjahr, zur Leipziger Buchmesse, erscheint Hoffmanns Roman "Phillip und die Frauen". Die Hauptfigur lässt die Frauen seines Lebens an sich vorüber ziehen und hat einen großen Vorteil: "Den kann man gut auf die Bühne bringen. Ich will wieder spielen, werde daraus ein Theaterstück machen." Seit Hoffmann durchblicken ließ, dass er gern auch wieder als Schauspieler arbeiten würde, gab es viele Angebote, die er als "Schrott" bezeichnet. "Deshalb habe ich auch selbst ein Drehbuch geschrieben."Vier Kollegen konnten Hoffmann die Furcht vor dem Altern auf der Bühne nehmen: "Ich habe fantastische Konzerte von Paul McCartney, Leonard Cohen und Peter Gabriel gesehen. Und Charles Aznavour macht ja sowieso Hoffnung." An den Ruhestand werden also keine Gedanken verschwendet: "Ich bin immer unterwegs. Das werde ich immer tun. Früher dachte ich, dass das Publikum automatisch da ist. Stimmt aber nicht. Echt muss man sein. So lange ich das bin, werde ich mein Publikum haben."Vor Jahren hat es Hoffmann noch genervt, wenn das Publikum seine Lieder mitsang. "Das finde ich mittlerweile richtig gut. Es entlastet mich." Allerdings mag er es nicht, wenn im Zuschauerraum einfach so eingestimmt wird. "Ich bin der Gastgeber. Mitgesungen wird erst, wenn ich das Startzeichen gegeben habe. Sonst gleitet mir das aus der Hand." Absolut kein Verständnis hat Hoffmann für die deutsche Unsitte, im Takt mitzuklatschen: "Das mache ich sofort kaputt, indem ich das Tempo anziehe." Andererseits will er mit seinem Publikum auch nicht zu streng sein: "So lange die Leute keine Polonaise machen, geht es ja ..." Eine auswärtige Tradition empfiehlt Hoffmann seinen Zuhörern zur Nachahmung: "In Griechenland gibt es die Sitte, dem Künstler verbunden mit dem Wunsch ,Sing doch noch mal ...' Geld auf die Bühne zu werfen."------------------------------Foto: Stolze Bilanz: Klaus Hoffmann hat in 35 Jahren 37 Platten produziert.

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