Die Teilnehmer des Hungerstreik-Camps in Berlin sind Angaben ihres Teams zufolge in einem sehr kritischen Zustand. Was das genau bedeutet, wollte ein Sprecher der Aktion „Hungern bis ihr ehrlich seid“ zunächst nicht erläutern. Am Dienstag befindet sich einer der Teilnehmer, der Ingenieur Wolfgang Metzeler-Kick, seit 60 Tagen im Hungerstreik. Ein weiterer Mann erklärte am Dienstag ebenfalls seinen Eintritt in den Hungerstreik.
Angesichts des bisherigen Schweigens aus dem Kanzleramt befindet sich auch der 34-jährige Adrian Lack aus Berlin ab sofort in einem „schweigenden Hungerstreik“: „Ich habe mich entschieden, ebenfalls zu schweigen, bis Olaf Scholz sich bei uns meldet oder endlich die Wahrheit ausspricht“, so der 34-Jährige bei der Pressekonferenz.
Aktivist tritt in trockenen Hungerstreik
Zu einem „medizinischen Notfall“ könnte sich ein weiterer Teilnehmer des Hungerstreiks entwickeln, der sich seit 26 Tagen im Hungerstreik befindet, wie die Aktivisten am Dienstag auf einer Pressekonferenz mitteilten. Laut der Sprecherin des medizinischen Support-Teams könne das Team die medizinische Unterstützung von Michael Winter unter derart ernsten Bedingungen nicht weiter verantworten. Der Aktivist Richard Cluse, der sich dem Hungerstreik am 25. März angeschlossen hatte, sei inzwischen untergewichtig, sagte Koch.
Wolfgang Metzeler-Kick wird derweil am Mittwoch anlässlich seines fortgesetzten Prozesses vor dem Amtsgericht Passau erneut für einen Tag in den trockenen Hungerstreik treten. Bei einem trockenen Hungerstreik wird auch die Flüssigkeit verweigert.
Nach Angaben der ärztlichen Begleitung der Teilnehmer können Menschen einen Hungerstreik im Extremfall 50 bis 70 Tage überleben. Ab etwa Tag 45 kann es demnach zu Herz-Kreislauf-Versagen oder einem Zusammenbruch der Immunabwehr kommen.
Olaf Scholz geht nicht auf Hungerstreik ein
Das Camp startete im März im Spreebogenpark vor dem Bundestag. Ende April zog es dann in den Invalidenpark um. Die Hungerstreikenden fordern von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) „Ehrlichkeit zur Klimakatastrophe und von der Regierung ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik“. Die Männer wollen durchsetzen, dass Scholz eine Regierungserklärung zur Klimakrise abgibt. Darin solle er sagen, dass der „Fortbestand der menschlichen Zivilisation durch die Klimakrise extrem gefährdet“ sei. Bisher ist Scholz nicht darauf eingegangen.
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