Klimawandel

China senkt CO2-Ausstoß überraschend um fünf Prozent

China feiert ein kleines Klimawunder: In den ersten drei Monaten dieses Jahres hat das Schwellenland den Ausstoß von Treibhausgasen überraschend um fünf Prozent gesenkt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis handfester Regierungspolitik.

Finn Mayer-Kuckuk
2 Min

Das kleine Klimawunder in Asien ist ein Ergebnis handfester Regierungspolitik. Premier Li Keqiang hat kurz nach seinem Amtsantritt vor zwei Jahren eine Umweltpolitik „mit eiserner Faust“ angekündigt. Grund dafür sind handfeste Notwendigkeiten: Das Land versinkt im Smog, wegen des Klimawandels dehnen sich die Wüsten aus. Zudem ist das alte Entwicklungsmodell von Wachstum durch immer mehr Hochöfen komplett ausgereizt.

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Statt Wachstum um jeden Preis hat Li nun Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt gestellt. Die Verantwortlichen in der Kommunistischen Partei sollten sich künftig mehr an Umweltkennziffern orientieren als am Bruttoinlandprodukt.

Li hat zeitgleich die Grundlage für Chinas eigene Energiewende gelegt. Die staatlichen Versorger haben in gewaltigem Umfang neue Windfarmen und Solarparks gebaut. Ende 2014 kommt China damit bereits auf 115 Gigawatt installierte Windkapazität – das übersteigt die Leistung aller US-Atomkraftwerke zusammen. Der Ausbau kommt jedoch derzeit erst richtig in Schwung. Im vergangenen Jahr allein sind 23 Gigawatt Windleistung hinzugekommen. Für das laufende Jahr gilt die Vorgabe, 18 zusätzlich Gigawatt an Solaranlagen zu installieren. Der Kohleverbrauch sinkt derweil rapide.

Für das laufende Jahr hat Li zudem eine Senkung der Energieintensität um 3,2 Prozent vorgegeben. Diese Kennzahl sagt, wie viel Energie für die Schaffung einer Einheit der Wirtschaftsleistung nötig ist. Um die Zahl zu erreichen, lässt Li ineffiziente Betriebe und veraltete Kraftwerke zu Tausenden schließen. Die Planer haben die Vorgaben für das erste Quartal sogar schon übererfüllt, wie die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission NDRC mitgeteilt hat.

Gesprächsstoff für Klimagipfel

All das zeigt: Die chinesische Energiewende ist langfristig angelegt – eine Rückkehr zu den schmutzigen Gewohnheiten der vergangenen Jahrzehnte gilt als unwahrscheinlich. „Die derzeitige Führungsgeneration hat vor, ökologischen Fortschritt fest im nächsten Fünfjahresplan zu verankern“, sagt Wu.

Diese Initiativen kommen allesamt rechtzeitig, um im Dezember auf dem Klimagipfel im Paris für Gesprächsstoff zu sorgen. Es ist jetzt schon abzusehen, dass das bevölkerungsreichste Land der Welt diesmal nicht in der Ecke der Sünder sitzen wird, sondern zu den treibenden Kräften gehört.

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