Die CDU-Politkerin Julia Klöckner muss wegen eines Tweets zur personellen Umstrukturierung bei der SPD viel Kritik einstecken. Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, trat am Dienstag wegen einer Krebserkrankung zurück.
„Rechnet sich Herr Schulz mit neuem Generalsekretär mehr Chancen aus? Wer lässt vier Monate vor der Wahl schon seinen Generalsekretär gehen?“, schreibt die Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz.
Umstrukturierungen bei der SPD nach Rücktritt
Im Zuge des Sellering-Rücktritts ernannte die SPD einen neuen Generalsekretär: Hubertus Heil. Katarina Barley, die den Posten zuvor innehatte, übernimmt das Familienministerium. Das wird frei, da Manuela Schwesig den erkrankten Sellering auf dem Posten des Ministerpräsidenten ersetzten soll.
Doch die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende scheint in ihrem Tweet auf eine strategische Intention Martin Schulz' anzuspielen – ob gewollt oder ungewollt. Der steht nach drei verlorenen Landtagswahlen in NRW, dem Saarland und Schleswig-Holstein tatsächlich unter Druck.
Twitter-User kritisieren Klöckner
Ob sich Schulz mit dem neuen Generalsekretär „mehr Chancen“ ausrechnet? Das zu fragen finden einige Twitter-User unsensibel, da Heil nur wegen Sellerings Krebserkrankung zum Zug kommt.
Der Kanal „Deine SPD“ holt zum politischen Gegenschlag aus und spielt auf die CDU-Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz an: „Hier der beste Grund, warum Frau Klöckner die Wahl so grandios vergeigt hat“, antworten die Sozialdemokraten unter dem Klöckner-Tweet. „Schockierend. Der Mann hat Krebs.“
Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzender Ralf Stegner unterstellt Klöckner fehlenden Anstand. Lars Klingbeil, Bundestagsabgeordneter der SPD, nennt die Aussage der CDU-Politikerin auf Twitter „pietätlos“.
Zur Verteidigung des Tweets schreiben einige User, dass Klöckner den erkrankten Sellering nicht direkt angesprochen habe, sondern lediglich auf die personelle Umstrukturierung einging.
Wie auch immer der Tweet gemeint war: Trotz der politischen Tragweite, die der Rücktritt eines Ministerpräsidenten nach sich zieht, dürfte für Erwin Sellering nun der Kampf gegen seine schwere Krankheit im Vordergrund stehen.
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