Rüstungsindustrie

KNDS: Bundesregierung steigt bei Panzerbauer ein

Nach monatelangen internen Beratungen hat die Bundesregierung beschlossen, sich am deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS zu beteiligen. Mittelfristig soll der Anteil jedoch wieder sinken.

2 Min
Ein Leopard 2A8 beim Roll-Out auf der Panzer-Teststrecke des Rüstungskonzerns KNDS.

Ein Leopard 2A8 beim Roll-Out auf der Panzer-Teststrecke des Rüstungskonzerns KNDS.

© Sven Hoppe/dpa

Die Bundesregierung wird beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS einsteigen und dort zunächst 40 Prozent der Anteile übernehmen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Parallel zu dem Einstieg soll die Absicht festgeschrieben werden, die Beteiligung in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent zurückzuführen.

Die Entscheidung fiel nach einer längeren Phase interner Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung. Welches Ressort die Anteile übernimmt und wie der Einstieg konkret finanziert werden soll, geht aus den bekannten Informationen nicht hervor.

Eigentümerstruktur verschiebt sich

KNDS ist einer der zentralen europäischen Rüstungshersteller und produziert unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 sowie die Panzerhaubitze 2000 – Waffensysteme, die auch in der Ukraine im Einsatz sind. Das Unternehmen ging aus der Fusion des deutschen Herstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Konzern Nexter hervor.

Bislang liegen die Anteile zur einen Hälfte bei der deutschen Eigentümerfamilie, die hinter Krauss-Maffei Wegmann steht, und zur anderen Hälfte beim französischen Staat. Mit dem Einstieg des Bundes würde sich die Eigentümerstruktur erstmals verschieben: Während Paris bereits direkt an dem Konzern beteiligt ist, hatte Berlin bislang keinen staatlichen Zugriff auf einen der wichtigsten Panzerbauer Europas.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema