Rüstung

KNDS schlägt deutsch-französischen Panzer als Leclerc-Nachfolger vor

Die ersten Einheiten sollen in den 2030er-Jahren ausgeliefert werden. Das gemeinsame Großprojekt MGCS wird erst Mitte der 2040er-Jahre erwartet.

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Ein Panzer des Modells Capint des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS

Ein Panzer des Modells Capint des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS

© Wolf von Dewitz/dpa

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS hat einen neuen Kampfpanzer vorgeschlagen, der einen in Frankreich entwickelten Turm samt Kanone auf der Wanne des deutschen Leopard 2 vereinen soll. Das Modell soll als Zwischenlösung die alternden Leclerc-Panzer der französischen Armee ersetzen, deren Lebensdauer vor der Verfügbarkeit eines Panzers der nächsten Generation endet. Das berichtet das Fachportal Defense News.

Der auf der Verteidigungsmesse Eurosatory in Paris vorgestellte Panzer mit dem Namen Capint – kurz für „intermediate capability“ – verfügt demnach über einen unbemannten Turm mit einer von KNDS France entwickelten 120-Millimeter-Glattrohrkanone mit Autolader. Eine Aufrüstung auf 140 Millimeter sei möglich. Die ersten Einheiten sollen in den 2030er-Jahren ausgeliefert werden.

Überbrückung bis zum Main Ground Combat System

Hintergrund ist eine Verzögerung beim deutsch-französischen Projekt eines Main Ground Combat System (MGCS), das erst Mitte der 2040er-Jahre erwartet wird. Frankreich benötige daher im kommenden Jahrzehnt einen Ersatz für den Leclerc, hieß es. Das Land plane, die Übergangslösung als Baustein für das MGCS zu nutzen, sagte General Olivier Coquet von der technischen Sektion der französischen Armee.

KNDS-Chef Jean-Paul Alary sagte auf einer Pressekonferenz nach Angaben des Portals: „Wir arbeiten bereits daran, den Kampf von morgen zu gestalten.“ Möglicherweise komme die Ambition des MGCS etwas früher als das Projekt selbst. Ob Frankreich und Deutschland das MGCS-Projekt fortführten, sei eine politische Entscheidung; eine Aufgabe wäre nach Worten Alarys eine sehr schlechte Nachricht für Europa.

Demonstrator bis 2030 geplant

Ziel sei es, der französischen Rüstungsbehörde DGA bis 2030 einen Demonstrator zu präsentieren und die ersten Serienfahrzeuge 2035 auszuliefern, sagte Julien Brunet, Produktlinienmanager bei KNDS France. Eine Indienststellung bei den Streitkräften sei für 2037 vorgesehen.

Der Panzer solle bereits Konzepte enthalten, die ursprünglich für das MGCS vorgesehen waren – darunter ein oder zwei robotische Begleitfahrzeuge, sagte KNDS-France-Chef Nicolas Groult. Geplant ist eine dreiköpfige Besatzung in einer nach Angaben von Brunet „extrem gut geschützten Zitadelle“ im vorderen Bereich des Fahrzeugs. Vorgesehen sei eine Kombination aus passivem, reaktivem und aktivem Schutz.

Produktion in Frankreich angestrebt

Die französische und die deutsche Sparte von KNDS verhandeln laut Brunet noch über die Aufteilung der Komponenten. Wahrscheinlich werde der Schutz der Wanne sowie die Schnittstellen aus Frankreich kommen. Sollte die Leopard-2-Wanne übernommen werden, sei eine Fertigung in Frankreich vorgesehen, auch weil die Produktion in Deutschland bereits zur Deckung bestehender Nachfrage hochgefahren werde. KNDS präsentierte auf der Messe zudem einen möglichen Nachfolger des Leopard 2 A8 mit unbemanntem Turm und einer 120-Millimeter-Kanone von Rheinmetall.

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