Bei seinem Auftritt vor beiden Kammern des US-Kongresses hat König Charles III. die Verbindung zwischen Großbritannien und den USA als wichtiges Bündnis westlicher Demokratien beschrieben. Er warb für gemeinsames Handeln in Sicherheits- und Klimafragen.
Der Staatsbesuch fand vor dem Hintergrund von Differenzen zwischen London und Washington im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran statt, an dem sich die britische Regierung militärisch nicht beteiligt hatte. Beobachter werteten die Reise daher auch als Versuch, das zuletzt belastete Verhältnis beider Länder zu stabilisieren. Ein Kommentator des Senders BBC bezeichnete sie als größte diplomatische Herausforderung in der bisherigen Amtszeit des Königs.
Zweiter Monarch nach Elizabeth II.
Charles sprach am Dienstag rund 30 Minuten lang vor Abgeordneten und Senatoren in Washington. Es war erst das zweite Mal, dass ein britischer Monarch vor dem US-Kongress auftrat. Seine Mutter, Königin Elizabeth II., hatte 1991 als erste Souveränin im selben Saal gesprochen. Anlass des Staatsbesuchs ist nach Angaben des Weißen Hauses der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung.
Der König nannte die Beziehung beider Länder nach Berichten von CBS News und Guardian eine „wirklich einzigartige“ Partnerschaft. Die Welt sei heute unbeständiger und gefährlicher als zur Zeit der Rede seiner Mutter. Mit Blick auf den Zweiten Weltkrieg und den 11. September sagte er, dieselbe unbeugsame Entschlossenheit werde nun für die Verteidigung der Ukraine und im Klimaschutz gebraucht. Beide Länder handelten nicht aus Nostalgie, sondern um die Widerstandsfähigkeit künftiger Generationen zu sichern.
Stehende Ovationen für Hinweis auf Gewaltenteilung
Stehende Ovationen aus beiden Parteien erhielt Charles für den Satz, die Macht der Regierung unterliege einer wechselseitigen Kontrolle der Staatsgewalten. Er verwies auf die Magna Carta von 1215, die als historische Grundlage englischer Freiheitsrechte gilt, und auf das auf Gerichtsurteilen beruhende englische Common Law als gemeinsames Erbe. Der König erwähnte auch die Schüsse vom Sonntag im Umfeld des jährlichen Dinners der Korrespondenten des Weißen Hauses und sagte, solche Gewalttaten dürften keinen Erfolg haben.
Empfang mit militärischen Ehren
Vor der Rede empfing US-Präsident Donald Trump das Königspaar mit militärischen Ehren auf dem Südrasen des Weißen Hauses. Dazu gehörten ein 21-Schuss-Salut und ein Überflug von vier F-35-Kampfjets, wie das Weiße Haus mitteilte. Trump und Charles tauschten Geschenke aus und führten ein Gespräch im Oval Office. Am Abend war ein Staatsbankett im East Room geplant. Der Präsident nahm an der Kongressrede nicht teil und verwies auf das Protokoll, wie CBS News berichtete.
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