Man könnte ja ins Bett gehen, nachts um halb eins. Aber nein, man guckt noch mal schnell bei Facebook rein. Und kommt erst nach zwei Stunden wieder raus: gerädert, als habe man ewig lange am Stammtisch mit lauter Autisten gesessen, die wahllos Fotos auf den Tisch geworfen, Musik durcheinander gedudelt, kryptische Dinge geredet haben. Hier eine Top-Ten-Liste dessen, was an Facebook nervt:
1. Wettermeldungen: „Bei uns regnet’s gerade, und bei euch?“ – dabei wohnt man nur drei Häuser weiter. Sonnenuntergänge aus verschiedenen Blickwinkeln: in Spandau, Mitte oder Köpenick.
2. Wunderkinder-Videos, die einem zeigen, wie blöd man selbst ist, und wie viel Zeit man sinnlos vertan hat: eine dreijährige Operndiva, ein siebenjähriger Jimi Hendrix, eine Fünfjährige, die den Text von Johnny Cashs „Cocaine Blues“ überzeugend wiedergeben kann.
3. Reisebilder. „Hallo Berlin, hier sind 35 Grad. Das Wasser ist super warm. Schöne Zeit noch!“
4. Witzige Videos. Dicke tanzende Kinder, lachende Babys, Katzenkatzenkatzenkatzen …
5. Musikgeschmacks-Entgleisungen. Neulich postete jemand eine Mädelsband aus der Mottenkiste, die herumzappelnd sang: „John Wayne hat den größten … Cowboyhut, haha!“
6. Politische Diskussionen. Wer weiß, wie viele Facebook-Kontakte abrupt beendet wurden, nachdem Leute versucht hatten, in der Kommentarfunktion Fragen zu klären, wie: Was will Putin wirklich?
7. Animierte Bildungsvideos der Art „Die Historie Europas – 6013 Jahre in 3 Minuten“. Man staunt über aufquellende, hin und her hüpfende Farbkleckse, ohne tiefere Einsicht zu gewinnen.
8. Fotos vom Essen, das man gerade vor sich stehen hat.
9. Familienleben. Grillpartys im Garten. Wohnungsrenovierungen. „Klein-Mimi hat Geburtstag und kann schon ganz allein die Kerzen ausblasen.“
10. Kryptische Status-Meldungen wie „Scheißtag!“ oder „Wieder mal traurig!“ Die sind eigentlich das Schlimmste. Denn man wird herausgefordert, „Warum denn?“, zu fragen, um dann ein „Ach nur so …“ zu lesen und die halbe Nacht nachzugrübeln, ob man nicht besser die Nummer der Telefonseelsorge hätte rüberschicken sollen.
Dann doch lieber Katzen, Wunderkinder oder lachende Babys.
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