Kommentar

Dieter Nuhr und Jan Böhmermann: Diese Jahresrückblicke verraten, wie Deutschland tickt

Nuhr und Böhmermann äußern sich zum Schluss des Jahres zum Nahost-Konflikt. Die Aussagen sind so divers wie die Comedians und das Land. Ein Kommentar.

5 Min
Jan Böhmermann, links, Dieter Nuhr, rechts

Jan Böhmermann, links, Dieter Nuhr, rechts

© Collage: Berliner Zeitung, Fotos: imago

Wenn das Jahr 2023 zu Ende geht, dann mit einer Gewissheit: Deutschland ist so gespalten wie schon lange nicht mehr. Und noch eine Erkenntnis hat sich durchgesetzt: Wer gestern zu den Guten gehört, kann sich morgen schon im Lager der Anti-Helden wiederfinden. Es kann ganz schnell gehen. 

Am besten hat sich diese Tendenz im Jahr 2023 bei Annalena Baerbock gezeigt, die wegen ihrer entschiedenen Ukraine-Politik von diversen Medien wie der Bild-Zeitung regelrecht hofiert wurde, bis sie es wagte, sich im Oktober 2023 in der UN zu enthalten, als es darum ging, Israel eine Feuerpause im Gazastreifen zu empfehlen. „Baerbock hat versagt!“, schrieb Paul Ronzheimer in der Bild-Zeitung, als hätte es die vergangenen Monate nicht gegeben. Habeck wusste den kurzen Beliebtheitsschwund Baerbocks für sich zu nutzen, indem er plötzlich als Wirtschaftsminister bei Instagram Antisemitismus-Schulungen gab. Gestern hui, morgen pfui.

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