Kommentar zu Schulkosten

Für gute Bildung braucht es finanzielle Freiräume

Eltern müssen im Interesse der Gesellschaft entlastet werden.

Torsten Harmasen
2 Min
Angesichts der hohen Kosten geht es auch darum, möglichst viele Eltern von allernotwendigsten Fixkosten zu entlasten.

Angesichts der hohen Kosten geht es auch darum, möglichst viele Eltern von allernotwendigsten Fixkosten zu entlasten.

© imago/photothek

Etwa 22.000 Euro geben Berliner Eltern für das Schulleben ihrer Kinder aus – und zwar bis zum Abitur nach zwölf Jahren. Das hat eine Studie des Preisvergleichsportals Idealo ergeben. Familien, die Sozialtransfer erhalten, wurden dabei nicht berücksichtigt. Auch sonst widerspiegelt die Studie nur einen Teil der Wirklichkeit – nämlich die Ausgaben für schulische Basiskosten wie Hortbetreuung, Schülertickets, Schulbücher und Klassenfahrten. Für diese zahlen Berliner Eltern mehr als Eltern im Bundesdurchschnitt.

Damit ist aber längst noch nichts darüber gesagt, was Eltern insgesamt für die Bildung ihrer Kinder aufwenden. Denn Bildung – das sind ja nicht die in der Schule gelernten Wissens-Häppchen. Zur Bildung gehören Ernährung, Kleidung, Musik und Literatur, die Ausprägung eines möglichst weiten Horizonts. Im Vorteil sind dabei natürlich Eltern, die ihre Kinder zu Kursen, zur Musikschule oder Ferien-Sprachreise schicken können. Oder jene, die das Geld haben, ihnen Paris, Florenz oder Rom zu zeigen.

Bildungserfolg hängt entscheidend vom häuslichen Umfeld ab

Mit 22.000 Euro ist es da längst nicht getan. Nimmt man allein die monatlichen Durchschnittskosten für ein Kind, die das Statistische Bundesamt bundesweit ansetzt, dann summieren sich die Ausgaben in der zwölfjährigen Schulzeit auf fast 94.000 Euro.

Wie die Pisa-Studien zeigten, hängt der Bildungserfolg entscheidend vom häuslichen Umfeld und dem Engagement der Eltern ab. Zwar können gebildete Eltern mit Phantasie viel machen, ohne besonders reich sein zu müssen. Aber angesichts der Zahlen geht es auch darum, möglichst viele Eltern von allernotwendigsten Fixkosten zu entlasten, etwa für Hortbesuch und Schulbücher. Für sie muss der finanzielle Freiraum wachsen, um mehr als das Notwendigste für die Bildung ihrer Kinder tun zu können. Damit sind jene Eltern gemeint, die nicht so arm sind, dass sie Zuschüsse erhalten, und nicht so reich, dass sie alles mit links bezahlen können. Kurz: die meisten.

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