Diese Nachricht vorneweg: Es gibt noch gute Nachrichten für die SPD. Die rot-rot-grüne Koalition in Berlin, die sie formal anführt, ist so stabil wie selten. Rein rechnerisch kommen die drei Partner zusammen auf beruhigende 59 Prozent. Berlin ist und bleibt eben eine linke Stadt – und dazu passt eine hauptstädtische SPD, die so links ist wie wohl kein anderer Landesverband in der Republik.
Michael Müller schneidet bei Persönlichkeitswerten schlecht ab
Doch Ruhe kehrt bei der SPD einfach nicht ein. Das liegt in erster Linie an den bescheidenen Umfragewerten. In der jüngsten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa kommen die Sozialdemokraten auf magere 16 Prozent. Das ist der schwächste Wert im Dreierbündnis mit Grünen und Linken. Da passt es ins Bild, dass der Parteivorsitzende und Regierende Bürgermeister Michael Müller bei den Persönlichkeitswerten erneut schlecht abschneidet. Siebter unter elf Senatsmitgliedern – das ist zu wenig.
Das Abgeordnetenhaus wird erst in zwei Jahren gewählt. Deswegen wird die SPD natürlich auch nicht jetzt darüber entscheiden, mit wem sie dann ins Rennen gehen wird. Auch über eine mögliche Fortsetzung der Koalition wird nicht jetzt schon entschieden – nach Lage der Dinge wäre es freilich eine grün-dunkelrot-rote. Dennoch: In jedem Fall läuft Michael Müller die Zeit davon. Also hat er fast schon in den Wahlkampfmodus geschaltet. Wie er vorige Woche Linken-Bausenatorin Katrin Lompscher abservierte, in dem er in ihrer Abwesenheit ihren Stadtentwicklungsplan Wohnen stoppte, wirft ein Licht auf die nächsten zwei Jahre. Es geht eben nicht nur darum, den Linken ein Bekenntnis zu mehr Wohnungsbau abzuverlangen, es geht auch um eigene Profilierung eines Politikers in Not.
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