Kommentar: Lücken beim Anlegerschutz

Skandale am unregulierten, grauen Kapitalmarkt hat es immer wieder gegeben. Und es gehört nicht viel Mut zu der Prognose, dass Pleiten wie beim Windkraftbetreiber Prokon auch in Zukunft allzu sorglose Anleger viel Geld kosten werden. Einen Vollkaskoschutz kann es an den Finanzmärkten nicht geben, schon gar nicht bei Produkten mit hohen Renditen und entsprechend hohen Risiken wie bei ...

BLZ
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Skandale am unregulierten, grauen Kapitalmarkt hat es immer wieder gegeben. Und es gehört nicht viel Mut zu der Prognose, dass Pleiten wie beim Windkraftbetreiber Prokon auch in Zukunft allzu sorglose Anleger viel Geld kosten werden. Einen Vollkaskoschutz kann es an den Finanzmärkten nicht geben, schon gar nicht bei Produkten mit hohen Renditen und entsprechend hohen Risiken wie bei Prokon.

Dennoch weist der Anlegerschutz ein halbes Jahrzehnt nach Ausbruch der globalen Finanzkrise auch in Deutschland noch erstaunliche Lücken auf. Unverständlich ist, dass bis heute überforderte Gewerbeaufsichtsämter den grauen Kapitalmarkt kontrollieren und nicht die Experten von der Finanzaufsicht BaFin. Das Bonner Amt sollte den aktiven Vertrieb dieser hochspekulativen Anlagen an normale Sparer untersagen dürfen.

Allerdings hätte auch bei Prokon selbst die beste Aufsicht nicht von Anfang an das Scheitern des Geschäftsmodells vorhersehen können. Viele Bürger drängten in die Anlage, weil sie auf ein gutes Gewissen und einen guten Gewinn hofften. Sie pochten auf ihr Recht, mit ihrem Geld nicht Akw-Betreiber, sondern die junge Windenergie zu unterstützen. Und auf ihr Recht, genau wie Großinvestoren die Chance auf acht Prozent Rendite wahrzunehmen. Nicht Verbote sind der beste Schutz für Anleger, sondern Vernunft und Vorsicht.

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