Kommentar zu Bill Gates Satya Nadella

Zäsur in der Ära Microsoft

Bill Gates muss seinen Posten als Verwaltungsratschef von Microsoft räumen, zudem tritt Satya Nadella die Nachfolge von Vorstandschef Steve Balmer an. Immerhin kann sich Microsoft-Mitgründer Bill Gates mit einer Art Beratervertrag trösten.

Frank-Thomas Wenzel
2 Min

Das ist das Ende einer Ära. Bill Gates muss seinen Posten als Verwaltungsratschef von Microsoft räumen. Um ihm den Abschied zu erleichtern, wird er mit einer Art Beratervertrag ausgestattet. Investoren haben den Abgang des Mitgründers von Microsoft durchgesetzt. Das war der Preis dafür, dass der zweite wichtige Posten im Konzern, der des Vorstandschefs, mit Satya Nadella intern besetzt wird. Er wird Steve Ballmer beerben, der im Sommer zurücktreten will.

Es ist der härteste Schnitt in der Unternehmensgeschichte. Und er war überfällig. Der Konzern war in der PC-Ära groß geworden, doch die ist vorbei. Smartphones und Tablet-Rechner bestimmen den Markt der privat genutzten Geräte. Microsoft muss es endlich schaffen, hier konkurrenzfähige Produkte zu offerieren.

Das ist nicht nur im Interesse der Aktionäre, sondern letztlich aller Nutzer. Denn bei den mobilen Geräten hat sich ein Duopol herausgebildet. Mit Apple und seinem Betriebssystem iOS auf der einen und Googles Android-Programmen nebst Samsung als dominierenden Hersteller auf der anderen Seite. Eine dritte Kraft ist dringend nötig. Das kann nur Microsoft sein, nebst der neuen Handytochter namens Nokia. Hinzu kommen muss ein komplett neues Betriebssystem. Nadella muss sich vom Windows-Erbe befreien. Bleibt zu hoffen, dass Gates als Berater dabei nicht bremst, sondern hilft.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de