Kommentar

Schluss mit dem Durchwursteln

Die Klubführung muss in der Personalpolitik ein Achtungszeichen setzen.

Benedikt Paetzholdt
2 Min
Der Berliner Nick Petersen in der Waagerechten.

Der Berliner Nick Petersen in der Waagerechten.

© dpa

In den Eindrücken aus diesen Playoffs liegt die Gefahr einer gewissen Verblendung. Natürlich haben die Berliner beeindruckende Spiele gezeigt, vor allem  in der epischen Auseinandersetzung mit den Adlern Mannheim. Sie haben Moral und Arbeitseifer an den Tag gelegt. Und doch hat sich in den vergangenen sieben Eishockey-Monaten gezeigt, dass es wesentliche Veränderungen in der Mannschaft braucht. Rund um den Jahreswechsel, als viele Transfers über die Bühne gingen, war sie ein absoluter Krisenfall.

Als Außenseiter den Favoriten herauszufordern und sich über Achtungserfolge zu freuen, kann jedenfalls nicht der Eisbären-Anspruch sein. Die Konkurrenz hat in den letzten Jahren massiv aufgerüstet. Jetzt müssen die Berliner das nacharbeiten, was sie verpasst haben, um über die gesamte Saison eine Größe im deutschen Eishockey zu werden. Damit andere Teams wieder ein ungutes Gefühl haben, wenn sie gegen den Rekordchampion antreten müssen.

Wenn zum Saisonende nun mehr als ein Dutzend Verträge auslaufen, bietet das jede Menge Raum für Veränderungen. Und es wäre den Verantwortlichen des EHC dringend zu raten, mal wieder ein echtes Achtungszeichen zu setzen. Zugang Louis-Marc Aubry zählte bis zu seiner Verletzung zu den positiven Erscheinungen  in den Playoffs. Er ist ein Beispiel für eine treffliche Personalpolitik. Den Berlinern würde aber zweifellos auch mal wieder ein Spieler gut zu Gesicht stehen, der nicht erst im Eisbären-Trikot überraschen muss, sondern  aufgrund seiner Vorleistungen von anderen Mannschaften als große Nummer wahrgenommen wird.

Ein echter Transfercoup wäre jedenfalls ein wichtiges Zeichen nach außen.  Ein klares Signal gegen den Trend, dass Berlin inzwischen immer übergangen wird, wenn Profis mit Renommee aus dem Ausland in die DEL wechseln.  Und dass das Management nach Jahren des Durchwurstelns die Notwendigkeit eines echten Umbruchs erkannt hat.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema