Man hat sich prima verstanden bei den israelisch-deutschen Regierungskonsultationen in Jerusalem. Allen Unkenrufen zum Trotz, die im Vorfeld Verstimmungen und Konflikte heraufbeschworen hatten, scheinen die Damen und Herren Minister beider Seiten bestens miteinander ausgekommen zu sein. Und das sicher nicht nur, weil SPD-Chef Sigmar Gabriel, der seit seinem Apartheid-Vergleich anlässlich eines Besuchs in der geteilten Westbank-Stadt Hebron für Israels rechtsnationales Lager ein rotes Tuch ist, wegen grippalen Infekts zu Hause blieb.
Das Motto der Veranstaltung hätte auch lauten können: Gemeinsamkeiten hervorkehren, Meinungsunterschiede klein halten. Hauptsache, die deutsch-israelische Freundschaft leidet nicht. Niemand pflegt sie so wie Angela Merkel, Israels wichtigste Fürsprecherin in Europa. Schon deshalb wird die Kanzlerin im Kabinett Netanjahu sehr geschätzt. Selbst den Konflikt um den Siedlungsbau nimmt man gelassen. Die Positionen klaffen zwar auseinander, aber man reibt sich nicht daran. Dahintersteckt eine gewisse Resignation Merkels, mit Kritik an Netanjahus Politik in den besetzten Gebieten noch etwas bewirken zu können.
Berlin verlässt sich lieber auf Kerrys Friedensinitiative. Umso mehr wurde am Ende der deutsch-israelischen Begegnung gelächelt – erleichtert wie nach einem Zahnarztbesuch. Hat ja gar nicht weggetan. Mehr als poliert wurde allerdings auch nicht.
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