Die Friedensgespräche zwischen der syrischen Regierung und Oppositionsvertretern gehen in ihre zweite Runde. Das ist ebenso wie die Meldung aus Homs ein gutes Zeichen. Mehr als 600 Zivilisten konnten aus der belagerten Altstadt evakuiert werden. Und nun scheinen sich die kämpfenden Seiten sogar auf eine Verlängerung des Waffenstillstands geeinigt zu haben.
Ob allerdings „Genf II“ den Durchbruch bringen kann, ist fraglich. Es könnte sich bei der Bereitschaft des Regimes, einige ausgehungerte Zivilisten ziehen zu lassen, um ein weiteres Hinhaltemanöver handeln, für die Präsident Baschar al-Assad so bekannt ist. Schließlich hatte sich der Ton gegen ihn verschärft. Also zeigt Syrien gerade so viel Entgegenkommen, dass die Gespräche weitergehen können und die Diskussion über ein schärferes internationales Vorgehen gegen Syrien im Keim erstickt wird. In den vergangenen drei Jahren hat Assad sich zu einem Meister dieser Hinhalte-Technik entwickelt.
Die Kritiker der Gespräche haben daher Recht: Misstrauen ist angebracht. Einen politischen Kompromiss wird man mit Assad wohl nicht erreichen können. Doch angesichts des Leidens der Zivilbevölkerung in Syrien ist es schon ein kleiner Erfolg, wenn die Vermittler in Genf sich bemühen, die Not ein wenig zu lindern. Ein humanitärer Waffenstillstand ist nicht so gut wie eine politische Lösung des Konflikts, aber allemal besser als eine Fortsetzung der Kämpfe.
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