Wer das Wort Kosovo in eine Internet-Suchmaschine eingibt, findet außer Berichten über die aktuelle Verlängerung des Mandats für den Bundeswehreinsatz fast nur noch Verweise auf mehr oder weniger lexikalische Artikel oder Touristisches. Auf dem Balkan nichts Neues! Das ist eine gute Nachricht – ganz anders als es Erich Maria Remarque in seinem berühmten Buch über den Ersten Weltkrieg nahelegte: „Im Westen nichts Neues“.
Ganz zu trauen ist dem Frieden wohl noch nicht. Immer noch gibt es Besorgnis, es könne wieder blutige Auseinandersetzungen geben, wenn die internationale Friedenstruppe abzieht. Aber die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von 100.000 Soldaten sind keine 5 000 übrig geblieben. Jahr um Jahr erholen sich die Länder des Balkans von den hasserfüllten Verwerfungen des Zerfalls von Jugoslawien.
Die verschiedenen Völkerschaften und Religionsgruppen lieben einander noch nicht. Aber sie lernen, miteinander auszukommen. Keine unwesentliche Rolle spielt dabei der politische Traum, lieber früher als später Aufnahme in der Europäischen Union zu finden. EU – das Kürzel steht für Wohlstand. Der Balkan stellt also das Erfolgsbeispiel einer „humanitären Intervention“ dar. Viele gab es danach nicht mehr. Seine wohl wichtigste Lehre: Frieden kann von außen ermöglicht werden, verwirklicht werden muss er von den einst verfeindeten Parteien.
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