Kommentar

Dardais Jugendprojekt zeigt Erfolge

Für den 30-jährigen Sebastian Langkamp gab es plötzlich keinen Platz mehr.

Paul Linke
2 Min
Sebastian Langkamp.

Sebastian Langkamp.

© imago

Man muss jung sein, um große Dinge zu tun. Das ist ein hübscher Satz. Man kann sich durchaus vorstellen, dass er von Pal Dardai stammt, von Herthas Trainerchef und Chefaphoristiker. Stammt er aber nicht. Auflösung folgt.

Die Jugend ist ein Versprechen. Natürlich auch im Fußball. Doch hier vor allem ein Geschäftsmodell. Und in der Regel funktioniert es so: Wer sich keine Topspieler leisten kann, pflanzt sie eben selbst und spricht stolz von Eigengewächsen. Am Ende landen sie dann trotzdem auf dem Großmarkt. Herthas Manager Michael Preetz sagt es zwar ein bisschen anders. Aber nur, weil es netter klingt: „Wir sind ein Aus- und Weiterbildungsverein.“

Kein Platz für Langkamp

Sebastian Langkamp ist dreißig Jahre alt und es gilt als so gut wie ausgeschlossen, dass aus ihm doch noch ein torgefährlicher Innenverteidiger wird. Oder einer, der beidfüßig das Spiel eröffnet. Doch das sind nun mal die beiden Makel, die Dardai gefunden hat – plus das Alter.

Und weil andere wie Karim Rekik, Niklas Stark, Fabian Lustenberger oder Jordan Torunarigha in des Trainers Gunst zuletzt vorne lagen, aus unterschiedlichen Gründen, und weil Sidney Friede am Mittwoch aus Herthas Talentegarten in den Profikader umgepflanzt wurde, gab es plötzlich keinen Platz mehr für Langkamp.

Der Transfer zu Werder Bremen für 2,5 Millionen Euro war die Folge. Logisch für alle Beteiligten. Friede ist übrigens 19 und gilt natürlich als Versprechen auf eine große Zukunft.

Zum Juwel aufgestiegen

Mit Geschick und Gelassenheit treiben Dardai und Preetz ihr Jugendprojekt voran. Mit Erfolg auch. Sieben Spieler haben den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Arne Maier ist seit ein paar Wochen Stammspieler und die größte Überraschung der bisherigen Saison.

Er ist im Edelsteinranking vom Rohdiamant zum Juwel ausgestiegen.
Nun die Auflösung: Der schöne Einstiegssatz stammt nicht von Dardai, sondern von Goethe. Genauso wie dieser: „Zum Tun gehört Talent, zum Wohltun Vermögen.“ Man darf ruhig an ein Vermögen denken.

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