Kommentar zum Jemen: Saudisches Störfeuer

Die Krise im Jemen hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschärft – und es liegt auf der Hand, dass dies eine Bedrohung nicht nur für die Nachbarstaaten, sondern auch für Europa ist. Schließlich gilt der Jemen als Rückzugsgebiet von Al-Kaida, und neuerdings mischt auch der Islamische Staat dort ...

BLZ
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Die Krise im Jemen hat sich in den vergangenen Tagen dramatisch verschärft – und es liegt auf der Hand, dass dies eine Bedrohung nicht nur für die Nachbarstaaten, sondern auch für Europa ist. Schließlich gilt der Jemen als Rückzugsgebiet von Al-Kaida, und neuerdings mischt auch der Islamische Staat dort mit.

Auch die Weltwirtschaft ist betroffen, schließlich liegt der Jemen am strategisch wichtigen Eingang zum Roten Meer. Allerdings ist es wohl nicht allein die Sicherheit der Welt und die Stabilität des Ölpreises, die Saudi-Arabien dazu motiviert hat, eine Allianz arabischer Staaten zu schmieden und die Führung bei den Luftschlägen auf Stellungen der al-Huthis im Jemen zu übernehmen.

In Saudi-Arabien geht Panik um: Man beobachtet mit großer Sorge den Fortgang der Atomgespräche in der Schweiz. Eine weitere Annäherung zwischen dem Iran und den USA, so fürchtet man in Riad, würde die Rolle Saudi-Arabiens als engen Verbündeten Amerikas schmälern und den Einfluss des Irans in der Region stärken. Insofern lässt sich die „Operation Entscheidungs-Sturm“ auch als Manöver verstehen, um die Atom-Gespräche zu stören.

So hoffen die Saudis, den erfolgreichen Abschluss dieser Gespräche und eine darauffolgende Neuordnung der Region zu verhindern. Das könnte auch erklären, warum so viele arabische Staaten recht spontan bereit waren, sich an den Luftschlägen zu beteiligen.

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