Kommentar zum Sicherheitsabkommen

Der ewige Krieg in Afghanistan

Solange US-Truppen in Afghanistan bleiben, werden die Taliban und andere Aufständische gegen sie kämpfen. Doch auch ein Abzug brächte keinen Frieden.

Damir Fras
2 Min

Die US-Regierung spricht von harten Verhandlungen. Tatsächlich aber ist das sogenannte Sicherheitsabkommen zwischen den USA und Afghanistan das Ergebnis einer Erpressung. Wäre der afghanische Präsident Hamid Karsai nicht auf die Forderung der Amerikaner nach Immunität für ihre Soldaten eingegangen, dann wäre Ende 2014 Schluss gewesen mit dem internationalen Einsatz in Afghanistan. Dann hätten die USA – und mit ihnen die anderen Nato-Staaten – ihre Soldaten einfach abgezogen. Nach mehr als 13 Kriegsjahren wären die Afghanen wieder einmal sich selbst überlassen worden.

Welche Folgen ein Abzug haben kann, zeigt sich im Irak. Dort hat die Regierung den US-Soldaten keine Straffreiheit zusichern wollen. Also verließen sie das Land mit Sack und Pack, und der Bürgerkrieg wurde danach immer schlimmer.

Doch selbst wenn nun die große Ratsversammlung Loya Jirga das Abkommen billigt, wäre das noch keine Lösung für die afghanische Misere. Ende nächsten Jahres mag der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan beendet sein. Das ist aber nur ein Euphemismus, den sich die Nato ausgedacht hat. Solange ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert sind, solange werden die Taliban und andere Aufständische gegen sie kämpfen. Allerdings würde selbst ein Abzug wenig ändern: Der Krieg ginge auch danach weiter. Das ist die schreckliche Realität.

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