Fast in jedem Jahr mussten sie spürbare Aufschläge zahlen. Dadurch hat sich allein seit 1997 die Monatskarte für das Stadtgebiet um 70 Prozent verteuert – während die Parkgebühren kaum verändert wurden. Dabei waren die Fahrpreise in Berlin schon immer verhältnismäßig hoch, wenn man berücksichtigt, dass Berliner im Durchschnitt niedrigere Löhne beziehen als Frankfurter oder Hamburger. Als Forscher Tarife und Kaufkraft in 93 Städten verglichen, fanden sie heraus, dass Berufstätige nirgendwo einen größeren Anteil ihres Einkommens für ein Jahresticket ausgeben mussten wie hier.
Signal war seit Langem fällig
Es stimmt, dass das Bus- und Bahnangebot in Berlin besser und damit auch teurer ist als anderswo. Doch es ist richtig, dass die jährliche Preissteigerungslogik nun endlich unterbrochen wird. Es ist ein seit Langem fälliges Signal für diese Stadt, die einen großen Teil ihrer Lebensqualität daraus bezieht, dass mehr als ein Viertel aller Wege mit Bussen und Bahnen zurückgelegt wird.
Und es zeigt umso plastischer, dass die Brandenburger Verkehrspolitiker die Lektion noch nicht gelernt haben, denn dort werden mehr Tickets teurer als in Berlin.
Die neue Koalition muss dafür sorgen, dass es nicht bei einer Atempause bleibt, dass der Preisstopp für längere Zeit gilt. Was auch bedeutet, dass die BVG mehr Geld vom Land braucht, denn die Personalkosten steigen weiter. Die Fahrgäste werden gespannt verfolgen, wie der Senat die Weichen stellt.
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