Obwohl die Alternative für Deutschland (AfD) den Einzug in den Bundestag knapp verfehlte, feierte die Partei das Ergebnis. Verständlicherweise. Die Aussichten für die AfD sind prächtig. So dürfte sie die 3-Prozent-Hürde, die bei der Europawahl gilt, überspringen – weil ja EU-Skepsis ihr Kernthema ist. Auch bei den nächsten Landtagswahlen in Ostdeutschland sieht es gut aus, denn dort hat sie schon zur Bundestagswahl rund sechs Prozent der Stimmen erreicht.
Leider gibt es für die etablierten Parteien kein Patentrezept gegen die Populisten. Die meisten ihrer Wähler stimmen für sie nicht wegen ihres Programms – das ja kaum vorhanden ist –, sondern aus Protest gegen die Politik der Eurorettung. Aus dem Gefühl einer Überforderung, das die ferne, mächtige EU weckt.
Aus Angst vor Abstieg und Machtverlust, die in der Mittelschicht grassieren, weil das wohlhabende Deutschland von angeblichen Bittstellern und Plünderern umgeben ist. Dass die AfD Vorrang für deutsche gegenüber europäischen Interessen fordert, passt dazu. Da tut es nichts zur Sache, dass der deutsche Wohlstand beweist, dass deutsche und europäische Interessen meist dieselben sind.
So ist der größte Feind der AfD derzeit die Partei selbst. Denn ihre Parolen ziehen allerlei rechtsradikale Sympathisanten an, die eine Partei für die meisten Deutschen unwählbar machen. Vor allem, wenn sich die Parolen letztlich als hohl erweisen.
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