Kommentar zur „Aktion Weckruf 2015“

Bernd Luckes AfD gibt es nicht mehr

Bernd Lucke vollendet mit der „Aktion Weckruf 2015“ organisatorisch das, was in den Köpfen vieler AfD-Mitglieder längst da ist: Die Spaltung der Partei.

Thomas Kröter
2 Min

Glaubt man Bernd Lucke, dann liegt die Partei in tiefem Schlaf. Deswegen startet der Vorsitzende eine „Aktion Weckruf 2015“. Vor Kurzen hatte Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel seinen Rückzug aus der AfD-Spitze als „Weckruf an die Anständigen und Vernünftigen“ verstanden wissen wollen. All dem liegt die Hoffnung zugrunde: Wenn man sie nur lang genug rüttele, wachten die eher liberal gesonnenen in der „Alternative“ schon auf und begännen, sich gegen einen forcierten Rechtskurs zu wehren.

Tun sie aber nicht. Die Mitglieder reden ja mit anderen Mitgliedern, und Zeitung lesen sie auch. Sie wissen, was los ist in ihrer Partei. Es scheint sie nicht zu stören. Vielleicht finden sie es sogar gut. Offenbar teilen sie nicht die Sorgen jenes Mannes, ohne den es die AfD heute nicht gäbe. Lucke hofft noch, es sei ein Albtraum, den er erlebt. Wenn er aufwacht, wird er feststellen: Es ist die Wirklichkeit. Die Partei, die einmal seine war, ist eine andere geworden.

Die Wahlerfolge in Ostdeutschland haben jene gestärkt, die in einer ausländerfeindlichen Bewegung wie Pegida in Dresden eine Massenbewegung sehen, deren politische Stimme sie sein wollen. Luckes Weckruf vollendet organisatorisch, was in den Köpfen der Mitglieder längst da ist: Die Spaltung der Partei. Das Erfolgsgeheimnis der AfD war es, Konservative und Ultrakonservative zusammenzubringen. Bald werden beide Gruppen feststellen: Getrennt schlagen heißt, gemeinsam zu sterben.

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