Kommentar zur Deutschen Post

Zu Recht mehr Porto

Die Kosten für die Briefzustellung werden erhöht. Das ist nach langer Preisstabilität durchaus angemessen. Es darf aber kein Freibrief für die Zukunft sein.

Frank-Thomas Wenzel
2 Min

Das Briefporto wird teurer – das ist ein klassisches Aufregerthema. Doch in diesem Fall ist die Aufregung fehl am Platz. Denn die Aufsichtsbehörde, die Bundesnetzagentur, hat der Deutschen Post in der Vergangenheit einiges abverlangt. Vor der jüngsten Erhöhung musste sie 15 Jahre lang das Porto konstant halten. Der einst extrem schwerfällige Staatsbetrieb wurde dadurch gezwungen, effizienter zu werden. Das hat er auch geschafft – leider oft genug ungeschickt und auf Kosten der Beschäftigten.

Jetzt ist es angemessen, dem Konzern Spielraum zu geben, wenn wir den Service weiterhin haben wollen, den wir von der Post gewohnt sind und der sich im internationaler Vergleich einigermaßen sehen lassen kann. Der Hauptgrund: Vieles was früher auf dem Papier verschickt wurde, wird heute per E-Mail oder per SMS erledigt. Diese Digitalisierung der Kommunikation wird sich in den nächsten Jahren massiv beschleunigen.

Kein Freibrief

Daher muss der Briefträger künftig noch weitere Wege gehen, um neben Werbebroschüren in rauen Mengen ein paar Rechnungen und vielleicht sogar die eine oder andere Postkarte zuzustellen.

Das wird teuer und rechtfertigt damit Portoerhöhungen. Dies darf aber kein Freibrief sein, um ständig wie wild an der Gebührenschraube zu drehen. Zur Kundenfreundlichkeit der Post sollte künftig auch gehören, Portoerhöhungen gut zu dosieren. Alle zwei Jahre wäre angemessen.

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