Kommentar zur Kinderlosigkeitsstatistik

Nicht allein ein weibliches Thema

Das Statistische Bundesamt hat einmal mehr Zahlen über Geburten in Deutschland vorgelegt. Wir erfahren daraus viel über die soziale Lage und das Gebärverhalten von Frauen. Die Männer bleiben dabei erstaunlich unterbelichtet.

Katja Tichomirowa
2 Min
Fünf Kinder mit ihren Tagesmüttern.

Fünf Kinder mit ihren Tagesmüttern.

© dpa Lizenz

Das Statistische Bundesamt ist, wie schon der Namen erkennen lässt, eine Bundesbehörde, deren vornehmliche Aufgabe die Bereitstellung von Informationen ist, für Regierung und Verwaltung, auch für die Wirtschaft und nicht zuletzt für die Bürger dieses Landes. Seit 2008 widmet sie sich auch den Erkenntnissen der Standesämter darüber, wie viele Kinder je Frau in Deutschland geboren werden und wie viele Frauen kinderlos bleiben.

Dass die hohe Kinderlosigkeit in Deutschland das Geburtenniveau maßgeblich bestimmt, ist keine Überraschung. Männer und Frauen, die nicht geboren werden, können auch keine Kinder zeugen. Überraschend ist, dass das statistische Interesse des Bundesamtes ausschließlich den Frauen gilt. Wir wissen, wie viele Kinder sie in welchem Alter bekommen. Wir kennen das Gebärverhalten von Akademikerinnen, von Frauen in Ost- und Westdeutschland. Wir wissen, ob sie vor und nach der Geburt berufstätig waren oder sich ausschließlich der Kinderpflege widmeten.

Nichts dergleichen wissen wir über die Männer. Das Bundesamt ermittelt diese Zahlen nicht. Das ist erstaunlich, denn immerhin weiß sein Präsident, dass der Wunsch nach einem Ende der Geburtenflaute allgemein ist. Sicher ließe er sich auch belegen. Vielleicht mit Datenmaterial über das Zeugungsverhalten deutscher Männer? Oder ist es am Ende für das Geburtenniveau nicht maßgeblich?

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