Marzahn-Hellersdorf

Kommt die Rückkehr der DDR-Typenbauten für Schulen?

Um die Schulnot zu lindern, könnten in Marzahn-Hellersdorf bei typengleichen DDR-Schulbaut Etagen aufgebaut oder Anbauten realisiert werden.

BLZ
3 Min
Funktionell: Die Grundschule an der Wuhle in Marzahn-Hellersdorf stammt noch aus DDR-Zeiten.

Funktionell: Die Grundschule an der Wuhle in Marzahn-Hellersdorf stammt noch aus DDR-Zeiten.

© Schöning/imago

Die Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf schlägt dem Bezirksamt vor, zu prüfen, ob auf typengleichen DDR-Schulbauten im Bezirk Etagen aufgebaut oder Anbauten realisiert werden können. Solche Auf- bzw. Anbauten wurden im Rahmen des sogenannten „Stadtumbau Ost“-Programms (2002-2017) an einigen Schulen bereits umgesetzt, zum Beispiel an der Zille-Grundschule und der Modersohn-Grundschule in Friedrichshain. Nach Meinung der Linksfraktion könnte das eine kostengünstige und flächensparende Alternative sein, um zusammen mit Schulneubauten und den üblichen Ergänzungsbauten dem Problem der immer noch fehlenden Schulplätze und der Überfüllung der Bestandsschulen im Bezirk zu begegnen.

Die Linke Initiative wurde im Bezirksparlament zustimmend aufgenommen und soll nun in den entsprechenden Fachausschüssen weiter diskutiert werden.

„Allein im Grundschulbereich fehlen uns momentan im Bezirk weit über 2.000 Schulplätze“, kommentiert Regina Kittler, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion. „Das entspricht vier bis fünf Grundschulen. Deshalb brauchen wir dringend neue Schulgebäude und müssen jede Möglichkeit nutzen, die uns dabei hilft. Aufbauten oder Anbauten bei DDR-Typenbauten wären nachhaltiges Bauen und besonders kostengünstig zu realisieren.“

Die Typenschulbauten sind auf der Grundlage der jeweils geltenden Projektierungsrichtlinien der 50er, 60er und 80er Jahre entstanden. Sie lassen sich unterscheiden nach der Bauweise, dem Erschließungsprinzip und dem Baujahr.

Als Typenbauten der DDR sind heute vor allem Wohnbauten bekannt, die heute al „Plattenbauten“ bezeichnet werden. Das serielle Bauen mit industriell vorgefertigten Bauteilen zeigt laut Bauexperten eine weitaus größere Vielfalt, als allgemein angenommen wird.

Der Bedarf an neuen Schulgebäuden ist evident: Die sogenannte „Berliner Schulbauoffensive“ gilt nach wie vor eines der zentralen Infrastrukturprojekte des Senats. Erklärtes Ziel ist die Bereitstellung guter und ausreichender Schulplätze. Neben der Erweiterung und Sanierung bereits bestehender Gebäude steht die Errichtung neuer Schulen im Fokus der Offensive. Von 2016 bis 2024 hat der Berliner Senat bereits 6 Milliarden Euro in moderne Bildung investiert. Auch in den kommenden Jahren wird das derzeit größte Investitionsvorhaben für Schulen fortgesetzt.

Mehr als 44.000 neue Schulplätze sind seit Beginn der Berliner Schulbauoffensive bis zum Schuljahresbeginn 2024/2025 gebaut worden. Sie entstanden zum großen Teil durch 100 Modulare Ergänzungsbauten (MEB), davon mehr als 20 in nachhaltiger Holzbauweise. Darüber hinaus wurden 29 Schulen neu gebaut oder erweitert, darunter zwei Oberstufenzentren. Mehrere Schulstandorte wurden reaktiviert und unterschiedlichste bezirkliche Sanierungsprojekte umgesetzt. Für Sport und Spiel sind rund 60 neue Sporthallen aus dem Typenprogramm der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie diverse individuelle Sporthallen von den Bezirken gebaut worden. Zusätzlich wurden bestehende Sporthallen fachgerecht saniert.

Die Berliner Schulbauoffensive wird unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der Senatskanzlei und den Bezirken in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Finanzen durchgeführt. Neben der Senatsbauverwaltung und den Bezirken ist die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE mit der Umsetzung von Schulbaumaßnahmen betraut.

Die beteiligten Einrichtungen stimmen die geplanten Maßnahmen gemeinsam ab. Dies erfolgt durch die Gremien Taskforce Schulbau und Steuergruppe. Die Maßnahmen werden in der „BSO-Maßnahmenliste“ zusammengefasst und regelmäßig fortgeschrieben. Ergänzend dazu werden die Maßnahmen in sogenannte „BSO-Tranchen“ unterteilt, nach den Kriterien Maßnahmenart, Zuständigkeit, Umfang und Umsetzungszeitraum.

Das Controlling der Maßnahmen erfolgt über ein umfangreiches jährliches Berichtswesen an den Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Der jeweilige Stand der Bau- und Sanierungsprojekte wird hier in den Berichten zum Maßnahmen- und Finanzcontrolling sowie dem Sachstandsbericht veröffentlicht.

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