Auf der Welt herrscht wieder vermehrt Krieg. Das Konfliktbarometer verzeichnet weltweit 216 gewaltsam ausgetragene Konflikte zwischen Staaten, Bevölkerungsgruppen und politischen Gruppen. Laut der vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) veröffentlichten Studie ist die Zahl der Konflikte um zwölf auf 216 gestiegen. Das Barometer listet 21 Kriege sowie 21 „limitierte Kriege“ auf. Das sind zwei mehr als im Jahr zuvor.
Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine gibt es einen kriegerischen Konflikt der höchsten Eskalationsstufe in Europa. Den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan werten die Forscher als „limitierten Krieg“, die zweithöchste Stufe.
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Konflikte: Das sagen die Forscher über Deutschland
Laut den Konfliktforschern gibt es auch in Deutschland einen von Fremdenfeindlichkeit geprägten Konflikt zwischen mehreren Gruppierungen der rechtsextremen Szene und der Bundesregierung. Der Konflikt wurde mit der dritthöchsten Stufe gelistet, es handelt sich dabei um eine „gewaltvolle Krise“. Besonders durch die Zahl der in Deutschland politisch motivierten Straftaten – insgesamt 20.108 – schneidet Deutschland in der Studie schlecht ab. Insgesamt wurden hierzulande 286 Menschen im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Angriffen verletzt.
Globale Kriegs- und Krisenherde sind laut der Studie vor allem die afrikanischen Subsahara-Staaten mit 16 Kriegen. Betroffene Staaten sind Äthiopien, Nigeria, Somalia, Kamerun, der Sudan und die Demokratische Republik Kongo. In Asien bezeichnen die Forscher die Auseinandersetzung in Myanmar als Krieg. Als Konflikt in China wertet die Studie die Proteste gegen Corona-Maßnahmen der Regierung. Als begrenzte Kriege gelten in Lateinamerika die Konflikte mit Drogenkartellen in Mexiko sowie Kämpfe mit Paramilitärs in Kolumbien.
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Ursachen für die Kriege sind Kämpfe um Land, Wasser und Ideologie
Die häufigsten Ursachen für gewalttätige Auseinandersetzungen sind laut dem Konfliktbarometer der Kampf um Ressourcen wie Land, Wasser und Bodenschätze sowie ideologische und religiöse Gegensätze. Hinzu kommen beispielsweise Kämpfe um nationale oder regionale Vorherrschaft oder um Autonomie.
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„Fast nie gibt es nur einen Konfliktgegenstand, sondern wir beobachten zumeist ein Bündel von Ursachen“, sagte Tatiana Valyaeva, eine von vielen Autoren, bei der Präsentation der Studie. Dazu komme eine wachsende Zahl von Konflikten, die durch die Klimakrise ausgelöst oder verstärkt werden.
Das Konfliktbarometer ist eine Initiative Heidelberger Politologen. Seit 1991 gibt die Veröffentlichung einen Überblick über Krisen, Konflikte und Kriege. Weltweit arbeiten den Angaben zufolge rund 200 Wissenschaftler an der Studie.
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