Afrika

Kongo: M23-Rebellen rücken weiter vor und erobern wichtigen Flughafen

Der Konflikt im Ostkongo breitet sich weiter aus. Die Rebellen sind mittlerweile nur noch 30 Kilometer von der Stadt Bukavu entfernt, in der knapp eine Million Menschen leben.

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M23-Rebellen bei einer öffentlichen Versammlung im Ostkongo

M23-Rebellen bei einer öffentlichen Versammlung im Ostkongo

© Alexis Huguet/AFP

Die Miliz M23 hat nach eigenen Angaben den Flughafen der Stadt Kavumu im Osten der Demokratischen Republik Kongo unter ihre Kontrolle gebracht. „Kavumu und seine Umgebung, einschließlich des Flughafens, stehen nun unter der Kontrolle der M23“, schrieb ihr Sprecher Lawrence Kanyuka auf der Plattform X.

Ein Vertreter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Provinz Süd-Kivu bestätigte die Einnahme des Flughafens. Von der Regierung in Kinshasa, deren Truppen gegen die M23 vorgehen, gab es zunächst keine Stellungnahme.

Der Vormarsch der Miliz erfolgt trotz internationaler Forderungen nach einem vereinbarten Waffenstillstand und einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Internationale Beobachter befürchten nun, dass das Leid der Bevölkerung aufgrund des Konfliktes weiter zunehmen wird. Der Flughafen gilt als das letzte Hindernis vor der Stadt Bukavu, in knapp eine Million Menschen leben.

M23-Rebellen nur noch 30 Kilometer von Bukavu entfernt

Die Rebellen sind jetzt etwa 30 Kilometer von Bukavu entfernt, der Hauptstadt der Provinz Süd-Kivu. Dessen stellvertretender Gouverneur Jean Elekano teilte dem britischen Sender BBC mit, dass es am Stadtrand schwere Kämpfe zwischen der Armee und der M23 gegeben habe. Er sagte, die Armee habe immer noch die Kontrolle und schlage zurück. Von der BBC kontaktierte Einwohner von Bukavu berichteten, dass Panik und Angst zunehmen. Die Behörden forderten die Einwohner auf, in ihren Häusern zu bleiben.

„Wir rechnen damit, dass die M23 in den nächsten Stunden, spätestens morgen, bis Bukavu vorrückt“, sagte Marcus Bachmann von Ärzte ohne Grenzen der Deutschen Presse-Agentur.

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Äthiopien

Die Nachricht vom jüngsten Vorstoß kommt, während die Staatschefs des Kontinents zu einem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in Äthiopien zusammenkommen sollen. Der Leiter der AU-Kommission, Moussa Faki Mahamat, wurde von der Nachrichtenagentur AFP mit den Worten zitiert, dass ein Waffenstillstand „eingehalten werden muss“ und fügte hinzu, dass „militärische Kampagnen diese Probleme nicht lösen werden. Es gibt heute eine allgemeine Mobilisierung Afrikas in dieser Angelegenheit und ich hoffe, dass wir in der Lage sein werden, diesen Waffenstillstand durchzusetzen“.

In den mittlerweile drei Jahre andauernden Kämpfen zwischen von Ruanda unterstützten Gruppen und der kongolesischen Armee waren immer wieder Waffenruhe verkündet und dann systematisch gebrochen worden.

Die Rebellen der M23, die nach Ansicht von Experten vom Nachbarland Ruanda unterstützt werden, sind seit Jahren im Ostkongo aktiv und haben mittlerweile die Kontrolle über große Teile der Provinz Nord-Kivu erlangt. Ende Januar marschierten sie in der dortigen Provinzhauptstadt Goma ein und rücken seitdem auch in die Provinz Süd-Kivu vor. Bukavu ist die Hauptstadt von Süd-Kivu. Die kongolesische Regierung beschuldigt Ruanda, einen großen Teil des an Mineralien reichen Gebiets illegal annektiert zu haben. (mit dpa)

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