PARIS. Nicolas Sarkozy hat wichtige Unternehmen des Landes auch ohne Staatsfonds vor der Pleite gerettet oder vor der Übernahme durch die ausländische Konkurrenz bewahrt. Kurz bevor der französische Staatschef Ende November den mit 20 Milliarden Euro ausgestatteten "Strategischen Investitionsfonds" als "Anti-FinanzkrisenWaffe" konzipierte, hatte sich der Staat etwa bei der notleidenden Werft Chantiers de l'Atlantique eingekauft und eine Sperrminorität gesichert. Südkoreanische Übernahmeinteressenten hatten das Nachsehen. Vier Jahre zuvor waren die Deutschen leer ausgegangen: Sarkozy, damals noch Wirtschaftsminister, verhinderte mit Milliardenhilfen, dass Siemens Teile des damals kränkelnden Industrieriesen Alstom erwerben konnte.Dank des Staatsfonds verfügt Frankreich nun allerdings über ein eigens zum Schutz innovativer oder strategisch wichtiger Unternehmen geschaffenes Instrument. Sarkozy hat es bereits in Gebrauch genommen. 85 Millionen Euro flossen an den Luftfahrtzulieferer Daher. Was der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Vize Jürgen Rüttgers fordert, Frankreich hat es bereits und nutzt es.Deutlich weniger Geld als geplantAllerdings ist der Fonds nicht so gut ausgestattet, wie sich das der Präsident gewünscht hatte. Noch im Oktober hatte Sarkozy 200 Milliarden Euro anvisiert. Wenn trotz leerer Staatskassen, des Drucks der Finanzkrise und deutlich überschrittener EU-Haushaltsdefizitgrenzen letztlich immerhin ein Zehntel davon zusammenkam, dann dank der öffentlichen Investitionsbank Caisse de dépôts (CDC).Die Sparkasse hat öffentliche Gelder nicht nur in den Bau von Sozialwohnungen oder Universitäten gesteckt, sondern auch in Unternehmen wie Alcatel-Lucent, PSA-Peugeot oder Danone. Zehn Milliarden Euro bringt die CDC in den Fonds ein, sieben Milliarden davon sind Unternehmensbeteiligungen, drei Milliarden hat die Sparkasse als Kredit auf dem Finanzmarkt aufgenommen. Die restlichen zehn Fonds-Milliarden steuert der Staat bei.Angesichts der vergleichsweise bescheidenen Ausstattung des Fonds muss sich der als Wirtschaftsakteur sonst nicht zimperliche Staat notgedrungen zurückhalten. So sollen die Fondsgelder nur eine vorübergehende staatliche Beteiligung von höchstens zwei Jahren ermöglichen. Auch sollen in den Genuss nur Unternehmen kommen, die Zukunft haben. "Wir wollen nicht Unternehmen mit verlorenen Zuschüssen subventionieren", hat Sarkozy klargestellt. "Wir wollen zukunftsträchtigen Firmen zu Kapital verhelfen, die über Know-how und Schlüsseltechnologien verfügen und die, an der Börse unterbewertet, zur leichten Beute werden könnten."Frankreichs Präsident Sarkozy zeigt sich mit dem Erreichten zufrieden. Der Staatsfonds, versichert er, werde dazu beitragen, dass Frankreich ein Land bleibe, in dem man Autos, Schiffe, Züge und Flugzeuge baue. Die Gefahr, dass das Land zum Touristenreservat verkomme, sei abgewendet.------------------------------"Wir wollen zukunftsträchtigen Firmen zu Kapital verhelfen, die über Schlüsseltechno-logien verfügen und die, an der Börse unterbewertet, zur leichten Beute werden könnten." Nicolas Sarkozy, Frankreichs Staatschef
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