Konsolen und Computer lassen sich immer häufiger mit Mimik und Gesten steuern

Aus die Maus

Sebastian Friedrich
3 Min

Jahrzehntelang wurden Computer oder Videospiele mit Eingabegeräten wie Maus, Tastatur oder Joystick gesteuert. Texte schreiben, Spiele spielen oder im Internet surfen -eine Verlängerung des menschlichen Armes gehörte immer dazu. Das scheint sich jetzt zu ändern: Ob Mobiltelefone oder Computer -immer mehr Geräte hören zunehmend auf Gesten, Mimik oder Fingerzeig. Konsolen wie die Microsoft XBox 360 oder Sonys Playstation 3 machen gleich den ganzen Körper des Menschen zum Eingabegerät. Sony und Microsoft folgen lediglich Nintendos Spuren. Die Japaner haben mit der Wii gezeigt, wie Videospiele im 21. Jahrhundert gehandhabt werden. Nintendo bietet bereits seit 2005 die Steuerung per Bewegung an: Hierfür nutzt die Nintendo Wii eine Sensorleiste unter dem Fernseher, die mit dem Controller in Verbindung steht und so die menschliche Bewegung ins Videospiel überträgt. Microsoft und Sony nutzen unterschiedliche Lösungen: Um die Sony Playstation-Konsole mit Bewegungen zu manipulieren, müssen die Spieler den Move-Motion-Controller der Playstation in den Händen halten. Dieser ist mit leuchtenden Kugeln ausgestattet, die die Playstation-Kamera erkennt und die Bewegung des Spielers in das Videospiel transportiert. Der Playstation Move-Motion-Controller ist als Starterpaket mit Kamera und Demospiel für etwa 60 Euro erhältlich. Erste Spiele mit Unterstützung für die neuartige Steuerung sind ebenfalls bereits im Handel, wie Sports Champions, Heavy Rain -Move Edition oder The Shoot -jeweils für Preise zwischen 40 und 50 Euro.Wer Microsofts XBox 360 zukünftig mit Körpereinsatz bewegen möchte, benötigt das Kinect Paket. Dieses umfasst ein Kamera-System samt Mikrofon und ermöglicht so, die Bewegungen von Armen und Beinen in das Spielgeschehen einfließen zu lassen. Erhältlich ist das Hardware-Update ab November zu einem Preis von etwa 150 Euro. Erste Spiele mit Kinect-Unterstützung sind ebenfalls für November angekündigt. Darunter Kinect Sports, Your Shape, Fitness Evolved oder Kinect Joy Ride für jeweils etwa 50 Euro. Abseits virtueller Welten hat die Gestensteuerung auch im Umgang mit Computern Einzug gehalten.So baut beispielsweise der Computerhersteller Apple seit Längerem Multitouch-Pads in seine mobilen Rechner. Zum Nachrüsten für Apple Desktoprechner bietet das Unternehmen das Magic Trackpad für 69 Euro an. Dieses ermöglicht iMac, Mac Mini und Mac Pro per Gestensteuerung zu bedienen und kann mit jedem Apple-Rechner, der mit Leopard oder Snow Leopard betrieben wird, per Bluetooth verbunden werden. Mit der Magic Mouse bietet Apple zusätzlich eine klassische Computer-Maus mit Touch-Oberfläche. Bislang beschränkt sich die Gestensteuerung allerdings auf weniger Funktionen, als es das Magic Trackpad ermöglicht. Preislich sind die Geräte allerdings auf dem selben Niveau: Die Magic Mouse kostet ebenfalls 69 Euro.Auch immer mehr Windows PCs setzen auf den Befehl per Gesten: So stellte beispielsweise MSI mit dem TouchPC WindTop AE 2400 ein All-in-One Gerät zur Verfügung. Es bietet einen 22-Inch-Full-HD-Bildschirm, der als großer Touchscreen die Bedienung des Computers per Gesten ermöglicht.------------------------------AlternativenMultitouch: Geräte mit Multitouch-Steuerung haben eine empfindliche Oberfläche, die mehr als einen Finger auf dem Touchpad wahrnehmen kann. Der Nutzer kann auf die auf dem Bildschirm angezeigten Elemente tippen und sie bewegen. Möglich sind etwa das Vergrößern, Verkleinern oder Drehen von Bildern, indem man zwei Finger bewegt.Displax-Folie: Das portugiesische Unternehmen Displax hat eine Folie entwickelt, die nicht leitende Oberflächen -Fenster oder Tisch -zum Multitouchscreen machen. Inhalte werden mithilfe eines Projektors auf die Folie projiziert. Diese reagiert so präzise und empfindlich, dass die Eingabe selbst mit Pusten möglich wäre.------------------------------Foto: Toben und Turnen im Wohnzimmer: Videospielen mit ganzem Körpereinsatz gehört heute schon mit zu den Lieblingsbeschäftigungen der Game-Generation.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema